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Auch das geht vorbei….

Es gibt diese Tage im Leben mit Kindern, da ist alles gut. Wir fühlen uns offen und verbunden, die Kinder spielen friedlich und unsere Aufgaben erledigen sich mit Leichtigkeit. Wir begegnen Missgeschicken mit Humor, und überhaupt scheint die Sonne und die Welt erstrahlt in Himmelblau.

Und es gibt diese Tage und Nächte, die nicht so sind….

Es gibt Schlafmangel und weinenden Kinder. Es gibt gebrochene Unterarme, durchbrechende Zähne, Beulen und Schrammen. Es gibt Magen-Darm-Infekte, Wutanfälle und schlechte Laune. Es gibt verstopfte Schnupfennasen, Ohrschmerzen, Regenwetter, Läuse, Selbstvorwürfe und Schuldgefühle, verbranntes Essen und ausgelaufene Shampooflaschen. Und es gibt Einsamkeit, Mangel an Unterstützung und den dringenden Wunsch sich unter dem Teppich zu verkriechen und einfach für ein paar Wochen zu verschwinden.

Und dann ist geht auch das wieder vorbei.

Der alte Satz „auf Regen folgt Sonnenschein“ klingt manchmal nach billigem Trost. Und doch: wenn wir uns mit dem tiefen Wissen verbinden, dass auch die schwierigste und anstrengendste Situation im Leben mit Kindern vorüber geht, entsteht ein neuer Raum, Ruhe und Vertrauen können wachsen. Nichts ist von Dauer, alles wandelt sich von Augenblick zu Augenblick. Im Buddhismus gibt es das Bild der Lotusblüte, die aus den Schlamm emporwächst und erblüht. Ohne Schlamm gibt es keine Lotusblüte. Sie verwelkt, wird zu Schlamm und bringt sich wieder aus sich selbst hervor – immer und immer wieder.

Wenn wir mit Kindern verbunden sind erleben wir immer wieder Situationen, in denen wir sie durch Krisen hindurchbegleiten und selbst wenig tun können außer da zu sein in dem vertrauensvollen Wissen: es geht vorbei. Diese Haltung hat nichts zu tun mit Gleichgültigkeit, vielmehr mit einer großen inneren Stabilität, Präsenz und Mitgefühl. Dieses „einfach da sein“ – von Augenblick zu Augenblick – wirkt sich aus: auf unsere Kinder, auf uns selbst und auf die ganze Situation.

Es ist eine hilfreiche Übung, sich immer wieder bewusst der Erfahrung zuzuwenden, wie sich in der Natur alles ununterbrochen verändert, wie alles vergeht und wie Neues entsteht. Der Sommer neigt sich dem Ende entgegen – woran erkennst du das, was erlebst du jetzt und was entsteht jetzt neu?

Wir können uns auch einmal bewusst machen, wie sich Schwierigkeiten in denen wir selbst und unsere Kinder steckten, sich von selbst verändert haben – vielleicht ganz ohne unser Zutun.

Hilfreich kann auch sein, immer wieder einmal an einem ruhigen Ort zu sitzen und den Atem zu beobachten, wie er ein- und ausfließt. Es gibt dabei nichts zu erreichen, nichts zu verändern, nichts zu verbessern, nur wahrzunehmen, wie der Atem kommt und geht und wie jeder Atemzug immer wieder neu und anders ist. Wir können den Atem nicht aufhalten und wir können keine zwei Atemzüge machen, die gleich sind. Alles fließt, alles verändert sich von Augenblick zu Augenblick – Wandel und Veränderung begegnen uns überall. (j.g.)

4 Kommentare

  1. Martina sagt

    Für solche „Unter-den-Teppich-Kriech-Tage“ habe ich ein wunderbares Zitat, von wem es ist, weiss ich leider nicht…

    On particularly rough days when I’m sure I can’t possibly endure, I like to remind myself that my track record for getting through bad days so far is 100% and that’s pretty good!

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