Autor: Julia

Einführungskurs: Stressbewältigung durch Achtsamkeit

In einen Zeitraum von 6 Wochen vermittelt dieser Kurs die grundlegenden Achtsamkeitsübungen aus dem MBSR-Programm von Jon Kabat Zinn. Die Kursteilnehmer lernen, besser mit Stress umzugehen, Ruhepunkte im Alltag zu finden und eine eigene Übungspraxis aufzubauen. Im Mittelpunkt stehen geführte Achtsamkeitsmeditationen: Achtsamkeit im Liegen (Body-Scan), Sitzen und Gehen, achtsames Atmen, Hören und Spüren. Achtsamkeit entsteht wenn wir uns daran erinnern, aus dem Modus von Tun und Planen auszusteigen und in den Modus von „einfach da sein“ zu wechseln. Es geht darum bewusst da zu sein, wo man ist. Achtsamkeitsübungen sind keine „Traumreisen“ und keine Entspannungsübungen. Entspannung und Entlastung kommen eher „durch die Hinterüre“ wenn wir lernen, auf den gegenwärtigen Augenblick zu achten ohne ihn verändern zu wollen. Was passiert in diesem Augenblick? Welche Empfindungen, Gedanken oder Gefühle sind jetzt da? Gibt es Geräusche? Was riechst und schmeckst du eigentlich, wenn du Kaffee trinkst oder in ein Brötchen ißt? Durch diese präsente Wahrnehmung kommen wir in einen wachen und zugleich entspannten Zustand, an den wir uns nach und nach immer öfter erinnern. Veränderungen werden im Alltag …

Wellen

Schmerzliche Situationen, Stress und Krankheit sind Teil des Lebens. Wie leicht sagt sich das, wenn der Himmel frühlingsblau ist, wenn wir keine Schmerzen haben, uns nicht bedroht fühlen und auch sonst alles ganz gut im Gleichgewicht ist. Wenn wir dagegen krank sind, Schmerzen haben oder unser Leben gerade aus den Fugen gerät, kann es schwer sein, diesen Satz zu lesen oder ihn von einem anderen Menschen zu hören. Schnell schwingt da etwas mit von „mach kein Theater, reiß dich halt mal zusammen, so schlimm ist es doch nicht“. Zugleich aber liegt in diesem Satz so viel Entlastung und Erleichterung in einer Zeit und einer Kultur in der viele glauben, wir müssten doch nur noch perfekter sein, noch mehr arbeiten, noch bessere Eltern sein und vor allem noch mehr und noch mehr und noch mehr machen, um glücklich zu sein. Achtsamkeit geht einen anderen Weg. Sie erzählt uns von Wellen, denen wir im Leben unterbrochen ausgesetzt sind – und von einem Übungsweg auf dem wir lernen können, geschickter und besser mit diesen Wellen umzugehen. Wir müssen …

Elternkompass – Selbstunterstützung durch Achtsamkeit

Eltern zu sein und mit Kindern zu wachsen bereichert unser Leben um viele glückliche Erfahrungen. In unserer heutigen Zeit kann es aber schnell passieren, dass Stress, Belastungen und mangelnde Unterstützung unser Zusammensein mit ihnen überlagern. Wir sind dann nicht mehr in der Lage, so Eltern zu sein, wie wir uns das eigentlich gewünscht haben: entspannt, innerlich klar, liebevoll und gelassen. In diesem Kurs treffen wir uns über sechs Wochen und lernen, den Wellen des Alltags bewusster zu begegnen, anders mit Stress umzugehen und immer öfter gelassen zu bleiben –  auch wenn die Dinge einmal wieder anders laufen als gedacht und geplant. Ihr lernt Achtsamkeitsübungen und Meditationen kennen, die euch im Alltag mit Kindern und vor allem in jenen Situationen unterstützen, in denen Stress aufkommt und Freude, Gelassenheit und innere Klarheit verloren gehen. Diese Übungen führen nicht dazu, dass es keine Schwierigkeiten mehr gibt. Sie helfen uns aber, anders mit unseren Reaktionen  umzugehen. Nach und nach wirkt sich unser veränderter Umgang mit Stress auch auf die Beziehung zu unserem Kind und die ganze Atmosphäre in der …

Erblühen

Endlich kommen die ersten Blüten hervor. Wilde Primelchen, Osterglocken und die ersten Traubenhyazinthen wachsen im Garten, an den Sträuchern bilden sich winzige grüne Triebe und hier an der Odenwälder Bergstraße blühen die ersten Bäume. In wenigen Tagen verwandeln sich die Hänge dort in ein rosaweißes Blumenmeer – und die Wege werden voller Menschen sein, die aus allen Himmelsrichtungen zusammenströmen, um diesen Anblick zu genießen. Mir scheint, ich habe nie länger auf die ersten Frühlingsboten gewartet, habe mich nie mehr nach dem ersten Grün gesehnt, als in diesem Jahr. Aber vielleicht denke ich das auch jedes Jahr und vergesse es im Lauf des Sommers wieder, das kann schon sein… Nun aber kommt der Frühling doch. Diesen Übergang von Winter zum Frühling bewusst erleben zu können ist ein Glück. Achtsamkeit entsteht bei diesem Schauen, Schnuppern und Lauschen in den Frühling hinein ganz natürlich. Die kühle feuchte Luft am Morgen, die Stimmen der Vögel, das Wachsen und Blühen – alles lädt uns ein, wahrzunehmen, da zu sein, Freude, Leichtigkeit und Verbundenheit mit der Natur entstehen zu lassen – …

Jugendliche

Immer wieder im Leben machen Menschen schwierige oder schmerzliche Erfahrungen, immer wieder wissen wir nicht, warum diese Situation jetzt da ist. Wir fühlen nur die Schwierigkeiten und den Schmerz und verstehen nicht, was eigentlich passiert. Erst im Laufe des Lebens oder im Rückblick sehen wir manchmal ein, dass uns schmerzliche Erfahrungen zu einem tieferen Verständnis geführt haben. Es ist wohl so, dass uns jede schmerzliche Situation innerlich weiten  und uns helfen kann, Mitgefühl, innere Klarheit und Freundlichkeit mit uns selbst und anderen zu entwickeln – wenn wir gelernt haben, sie in den Raum von achtsamem Gewahrsein zu stellen. Im Zusammenleben mit Jugendlichen und jungen Menschen beobachte ich gerade, wie schwer es in diesem Alter sein kann, über den eigenen Schmerz hinauszuschauen und zu erkennen, dass alle Menschen verwundbar sind und dass es im Leben mehr gibt als die eigene schmerzliche Erfahrung. In diesem Alter sind sie noch so sehr mit sich selbst beschäftigt, manchmal wie  Raupen zurückgezogen in ihrem Kokon,  manchmal wie in einer Austernschale, die sich blitzschnell verschließen kann. Wie wichtig ist es doch …

Erwartungen

Seit ein paar Tagen begegnen mir in verschiedenen Zusammenhängen „Erwartungen“. Erwartungen an Freunde und Kollegen, an Partner, Kinder – und ganz besonders die hohen Erwartungen, die Menschen oft an sich selbst stellen. Dass Erwartungen da sind gehört wohl zu unserem Menschsein dazu, wir können das nicht verhindern. Die Frage ist aber: bemerken wir diese Erwartungen eigentlich oder werden wir wie automatisch von ihnen gesteuert? Wie viele Menschen neige auch ich dazu, hohe Erwartungen an mich zu stellen – und zugleich Strategien zu entwickeln, wie ich mich diesen Erwartungen auch wieder entziehen kann. Zugleich habe ich – kein Wunder! – schnell das Gefühl, dass andere viel von mir erwarten und reagiere je nach Stimmung mit Rückzug oder rumrüffeln. In den letzten Tagen ist mir bewusst geworden, dass dieses Ping-Pong-Spiel ganz schön viele Energien bindet – die ich eigentlich gut gebrauchen könnte, um einfach in aller Ruhe meinen Weg zu gehen und das zu tun, was zu tun ansteht. Erwartungen haben mit diesem „tun, was zu tun ansteht“ und mit dem „da sein mit dem, was jetzt …

Zurückkehren

Mit meinem Blog ergeht es mir immer mal so wie mit der Meditation. Es gibt Zeiten, da finde ich die Zeit und die Möglichkeit, Artikel zu schreiben – dann wieder geht mir das Schreiben ganz verloren. Wochenlang gab es hier jetzt nichts Neues zu lesen und vielleicht denkt ihr ja schon, ich hätte aufgegeben… Manchmal ist es aber so, dass sich Dinge auch unsichtbar oder im Verborgenen bewegen und entwickeln. In den letzten Wochen war ich viel damit befasst zu beobachten, was sich um mich herum in Sachen Achtsamkeit tut. Manches freut mich, manches gibt mir zu denken und dann wieder hilft mir dieses „in die Weite schauen“, um zu meinem eigenen inneren Weg zurückzukehren, zu dem was für mich jetzt stimmig und lebbar ist. Die große Achtsamkeitswelle bringt vieles in Bewegung. Studien entstehen die zeigen, das Achtsamkeit wirkt und Studien, die das Gegenteil behaupten. Es geht um Geld und um Pfründe, um Konkurrenz, um Sein und Schein und ums Haben wollen. Und manche hoffen eine Methode gefunden zu haben, um noch effizienter, noch belastbarer …

Jack Kornfield: Mitgefühl

„Mitgefühl ist nicht töricht. Es sorgt nicht einfach dafür, dass andere bekommen, was sie unbedingt haben wollen. Im Mitgefühl gibt es ein klares Ja, aber auch ein ebenso klares Nein, das vom selben Mut des Herzens getragen wird. Nein zu Missbrauch, Rassismus und Gewalt – auf individueller aber auch globaler Ebene. Doch dieses Nein kommt nicht aus dem Gefühl des Hasses, sondern aus einer unerschütterlichen Fürsorge heraus.“ Jack Kornfield „Das weise Herz“ Foto: pixabay/webandi