Autor: Julia

Mary Oliver: Familie aller Dinge

Du brauchst nicht gut zu sein. Du brauchst nicht Hunderte von Meilen Reuevoll auf Knien durch die Wüste zu rutschen. Du brauchst bloß das kleine weiche Tier deines Körpers Lieben zu lassen, was es liebt…. Erzähl mir von Verzweiflung, deiner, und ich erzähle dir von meiner. Derweil nimmt die Welt ihren Lauf. Derweil bewegen sich die Sonne und die klaren Kiesel des Regens Durch die Landschaften, über Prärien, die tiefen Bäume, die Berge und Flüsse. Derweil ziehen die wilden Gänse hoch in der klaren, blauen Luft Wieder heimwärts. Wer immer du bist, gleich, wie verlassen, die Welt bietet sich deiner Phantasie dar, ruft dich wie die wilden Gänse, mit rauer, aufregender Stimme – immer wieder, und verkündet dir deinen Platz in der Familie aller Dinge. You do not have to be good. You do not have to walk on your knees For a hundred miles through the desert, repenting. You only have to let the soft animal of your body love what it loves. Tell me about your despair, yours, and I will tell you …

Atmen

Unser Atem begleitet uns vom ersten bis zum letzten Moment unseres Lebens. Er verbindet Innen und Außen, Oben und Unten, er stömt durch uns hindurch und versorgt jede Zelle unseres Körpers mit Lebensenergie. Wenn wir damit beginnen, unsere Wahrnehmung auf den Atem zu lenken bemerken wir meist schnell, dass es nicht einfach ist, den Atem einfach nur zu beobachten ohne ihn zu lenken oder zu verändern. Wir müssen aber nichts tun, nur mit freundlicher und liebevoller Aufmerksamkeit erforschen, wie er ist, wie er kommt, wie er geht. Je feiner wir in unserer Wahrnehmung werden, desto mehr bemerken wir auch, dass jeder Atemzug anders, jeder Atemzug neu und einzigartig ist. Dies zu erfahren verändert vieles. Unser Atem hilft uns dabei, im gegenwärtigen Augenblick anzukommen. Ob wir an der Supermarktkasse stehen, unserem Kind die Schnürsenkel zubinden oder längere Zeit auf einem Kissen oder einem Stuhl sitzen wollen – unser Atem ist da. Nach und nach bringt er uns zur Stille, nach und nach führt er uns zu einer inneren Aufrichtung die uns hilft, stabiler und zugleich entspannter …

Einfach achtsam * 4 Treffen ab 15. Januar 2019, dienstags 19 Uhr

Achtsamkeitsübungen, Meditationen, sanfte Körperübungen, achtsamer Dialog Dieser Kurs ist eine Einführung in die Praxis der Achtsamkeit  für Menschen, die aus dem üblichen Getriebe des Alltags aussteigen und sich mehr Zeit und Raum für „einfach da sein“ nehmen wollen – mit sich und mit anderen. Wir praktizieren Übungen und Meditationen die uns dabei unterstützen im gegenwärtigen Augenblick anzukommen, Anspannungen loszulassen und besser mit Stress und Belastungen umzugehen. Achtsamkeit hilft uns, auf freundliche und unterstützende Weise für uns selbst da zu sein. Zugleich lehrt sie uns auf sanfte Weise, wie wir uns anderen Menschen zuwenden und präsent und mitfühlend sein können, ohne die eigene Mitte zu verlieren. Auf diese Weise wachsen Einsicht, tieferes Verständnis, Gelassenheit und innere Freude. Dabei zeigt sich immer wieder: schon die allerkleinste Achtsamkeitsübung trägt in sich das Potential zu weitreichender Veränderung! Jeder Mensch kann Achtsamkeit üben und vertiefen. Jede/r kann dort anfangen, wo er/sie jetzt gerade steht. Hilfreich ist es, sich im Alltag Zeit für Übungen einzurichten. Alle weiteren Fragen beantworte ich gerne per Telefon oder email. Kontakt Lesetipps zum Einstieg: David Dewulf: …

Einfach Eltern sein * 6 Treffen ab 24. Januar 2019, donnerstags 19:30 Uhr

  Achtsamkeit im Leben mit Kindern Eltern zu sein und Kinder zu begleiten ist in vielen Situationen nicht so leicht. Was hilft uns, wenn wir uns Sorgen machen, wenn Stress aufkommt und alles mal wieder ganz anders läuft als gedacht und geplant? In diesem Kurs lernen Eltern die Praxis der Achtsamkeit als einen Weg kennen, freundlich und unterstützend mit sich selbst umzugehen. Achtsamkeitsübungen, kleine Meditationen und sanfte Körperübungen helfen dabei, aus automatischen Reaktionsmustern auszusteigen, im Hier und Jetzt anzukommen, weniger zu machen und öfter einfach zu SEIN. Die Praxis der Achtsamkeit lehrt uns, die schönen Momente mit Kindern bewusst zu genießen und den schwierigen mit mehr Gelassenheit zu begegnen. Eine solche innere Haltung lässt Verständnis, Vertrauen und Respekt zwischen Eltern und Kindern wachsen und sorgt für mehr Ausgeglichenheit, Freude und gegenseitiges Verstehen. Wenn Eltern einen Weg kennen, sich zu entspannen und sich selbst zu unterstützen, wirkt sich das auch auf die Kinder aus. Viele Achtsamkeitsübungen können leicht in den Alltag integriert werden. Sie helfen dabei, bei sich selbst anzukommen und von Augenblick zu Augenblick das …

Wellen

„Schmerzliche Situationen, Stress und Krankheit sind einfach Teil des Lebens!“ – wie leicht sagt sich das dahin, wenn der Himmel weit und blau ist, wenn wir keine Schmerzen haben, uns nicht bedroht fühlen und auch sonst alles ganz gut im Gleichgewicht ist. Wenn wir aber erschöpft sind, Schmerzen haben oder unser Leben gerade aus anderen Gründe aus den Fugen gerät, kann es schwer sein, diesen Satz zu lesen oder ihn von einem anderen Menschen zu hören. Schnell schwingt da etwas mit von „mach kein Theater, reiß dich halt mal zusammen, so schlimm ist es doch nicht“. Zugleich aber liegt in diesem Satz so viel Entlastung und Erleichterung in einer Zeit und einer Kultur in der viele glauben, wir müssten doch nur noch perfekter sein, noch mehr arbeiten, noch bessere Eltern sein und vor allem noch mehr, und noch mehr, und noch mehr machen, um gut genug zu sein. Achtsamkeit geht einen anderen Weg. Sie erzählt uns von Wellen, denen wir im Leben unterbrochen ausgesetzt sind – und von einem Übungsweg auf dem wir lernen können, …

Einfach gehen – Spaziergang im Darmstädter Westwald am Samstag, 5.1.2019 12-14 Uhr

„Die Zeit, die wir unter Bäumen verbringen, geht nicht verloren.“ Wir gehen langsam und zum Teil in Stille eine kleine Runde im Damstädter Westwald. Dauer: etwa zwei Stunden Kleine Achtsamkeitsübungen (atmen, gehen, hören, riechen, wahrnehmen) unterstützen euch dabei, innezuhalten, bewusst anzukommen, aufzutanken, Stress loszulassen und einfach da zu sein. Mehr und mehr wächst das Wissen darüber, wie sehr es uns Menschen unterstützt, im Grünen zu sein. Oft aber bewegen wir uns dort mit einem Ziel vor Augen oder ganz unbewusst und gefangen von unseren Gedanken. Wir sind zwar draußen – in Gedanken aber ärgern wir uns  über andere Leute, grübeln über vergangene Erlebnisse oder planen schon wieder den nächsten Tag. Wir sind in der Natur – und sind doch nicht wirklich da. Achtsamkeit in der Natur unterstützt uns darin, im Hier und Jetzt anzukommen, bei unserem Atem und unserem Sinne. Wir gehen mit interessierter Offenheit durch den Wald, achten auf Geräusche und Gerüche und nehmen wahr, was uns begegnet. Auf diese Weise kommen wir auch in Kontakt mit Freude, Gelassenheit, Verbundenheit und Entspannung. Alle Übungen …

Erblühen

Endlich kommen die ersten Blüten hervor. Wilde Primelchen, Osterglocken und die ersten Traubenhyazinthen wachsen im Garten, an den Sträuchern bilden sich winzige grüne Triebe und hier an der Odenwälder Bergstraße blühen die ersten Bäume. In wenigen Tagen verwandeln sich die Hänge dort in ein rosaweißes Blumenmeer – und die Wege werden voller Menschen sein, die aus allen Himmelsrichtungen zusammenströmen, um diesen Anblick zu genießen. Mir scheint, ich habe nie länger auf die ersten Frühlingsboten gewartet, habe mich nie mehr nach dem ersten Grün gesehnt, als in diesem Jahr. Aber vielleicht denke ich das auch jedes Jahr und vergesse es im Lauf des Sommers wieder, das kann schon sein… Nun aber kommt der Frühling doch. Diesen Übergang von Winter zum Frühling bewusst erleben zu können ist ein Glück. Achtsamkeit entsteht bei diesem Schauen, Schnuppern und Lauschen in den Frühling hinein ganz natürlich. Die kühle feuchte Luft am Morgen, die Stimmen der Vögel, das Wachsen und Blühen – alles lädt uns ein, wahrzunehmen, da zu sein, Freude, Leichtigkeit und Verbundenheit mit der Natur entstehen zu lassen – …

Jugendliche

Immer wieder im Leben machen Menschen schwierige oder schmerzliche Erfahrungen, immer wieder wissen wir nicht, warum diese Situation jetzt da ist. Wir fühlen nur die Schwierigkeiten und den Schmerz und verstehen nicht, was eigentlich passiert. Erst im Laufe des Lebens oder im Rückblick sehen wir manchmal ein, dass uns schmerzliche Erfahrungen zu einem tieferen Verständnis geführt haben. Es ist wohl so, dass uns jede schmerzliche Situation innerlich weiten  und uns helfen kann, Mitgefühl, innere Klarheit und Freundlichkeit mit uns selbst und anderen zu entwickeln – wenn wir gelernt haben, sie in den Raum von achtsamem Gewahrsein zu stellen. Im Zusammenleben mit Jugendlichen und jungen Menschen beobachte ich gerade, wie schwer es in diesem Alter sein kann, über den eigenen Schmerz hinauszuschauen und zu erkennen, dass alle Menschen verwundbar sind und dass es im Leben mehr gibt als die eigene schmerzliche Erfahrung. In diesem Alter sind sie noch so sehr mit sich selbst beschäftigt, manchmal wie  Raupen zurückgezogen in ihrem Kokon,  manchmal wie in einer Austernschale, die sich blitzschnell verschließen kann. Wie wichtig ist es doch …

Erwartungen

Seit ein paar Tagen begegnen mir in verschiedenen Zusammenhängen „Erwartungen“. Erwartungen an Freunde und Kollegen, an Partner, Kinder – und ganz besonders die hohen Erwartungen, die Menschen oft an sich selbst stellen. Dass Erwartungen da sind gehört wohl zu unserem Menschsein dazu, wir können das nicht verhindern. Die Frage ist aber: bemerken wir diese Erwartungen eigentlich oder werden wir wie automatisch von ihnen gesteuert? Vielleicht kennst du das ja wie es ist, hohe Erwartungen an sich zu stellen – und zugleich Strategien zu entwickeln, wie man sich diesen Erwartungen auch wieder entziehen kann. Zugleich habe wir – kein Wunder! – so schnell das Gefühl, dass andere viel erwarten. Achtsamkeit kann uns bewusst machen, dass dieses Ping-Pong-Spiel viel Energie verbraucht – die wir eigentlich gut gebrauchen könnten, um einfach in aller Ruhe unseren Weg zu gehen und das zu tun, was zu tun ansteht. Erwartungen haben mit diesem „tun, was zu tun ansteht“ und mit dem „da sein mit dem, was jetzt ist“ nichts zu tun. Sie haben oft auch nichts mit dem Menschen zu tun …