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Thich Nhat Hanh: Mein kleines Haus

„Mein kleines Haus ist gut genug. Es hat viele Fenster und die umgebende Landschaft ist so wunderschön. Wir verfügen über genügend Bedingungen, um bereits jetzt glücklich zu sein, wir müssen nicht in die Zukunft laufen, um noch ein paar mehr zu ergattern. Was wir haben reicht für uns. Wenn wir uns einen solchen Lebensstil erst einmal zu eigen gemacht haben, sind wir auf der Stelle ein glücklicher Mensch.“ Thich Nhat Hanh: Versöhnung mit dem inneren Kind. O.W. Barth Bold: Pixabay/StockSnap

Etwas einfach tun

Achtsamkeit bezeichnet eine innere Haltung, in der wir Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen wahrnehmen ohne Urteile über sie zu fällen. Wir sind einfach da und beobachten mit freundlicher Anteilnahme, was um uns herum und in uns drin gerade passiert. Immer mal wieder können wir uns im Lauf des Tages auch die Frage stellen: was begegnet mir jetzt? Es gibt diese Vielfalt an Farben und Formen, Licht und Dunkelheit, Bewegung, Geräuschen und Gerüchen zu entdecken. Ebenso ist es mit Gedanken, Gefühlen und Körperempfindungen. Wenn wir uns immer wieder bewußt darin üben, wahrzunehmen ohne Urteile zu fällen, entsteht Achtsamkeit. Wir werden freier von automatischen Reaktionen, es entsteht ein Bewusstsein für Verbundenheit und innere Freundlichkeit. Diese innere Haltung verändert auch unser Handeln. Es entsteht ja schnell der Eindruck, dass uns Achtsamkeit dazu bringt, passiv zu werden und nichts zu tun. Und ja – wenn wir Achtsamkeit auf dem Stuhl sitzend und in Stille üben, nehmen wir uns ein Auszeit vom Machen und Tun. Dann aber endet die Zeit der Meditation, wir kehren in eine Welt zurück in der es …

Zu wenig Selbstwertgefühl?

Über den Newsletter von familylab bin ich heute auf eine Artikel gestoßen, in dem von einer Studie mit mehr als 84 000 Müttern berichtet wird. Die Frauen wurden zu ihrem  Selbstwertgefühl befragt und sollten unter anderem darauf antworten ob der Satz „Manchmal fühle ich mich komplett nutzlos“ auf sie zu traf. „Die Auswertung der Daten offenbarte, dass das Selbstwertgefühl der Frauen

Pema Chödrön: Passanten beobachten

„Es kann zu einer täglichen Übung werden, Passanten, an denen wir auf der Straße vorübergehen, in ihrem Menschsein wahrzunehmen. Wenn ich das tue, gewinnen Unbekannte für mich ein Gesicht. Sie rücken in den Mittelpunkt meiner Aufmerksamkeit und werden zu lebendigen Wesen, die an Freuden und Leiden teilhaben, so wie ich auch, zu Menschen, die Eltern, Nachbarn, Freunde und Feinde haben so wie ich. Auch meine Ängste und vorgefassten Meinungen, die über diese Unbekannten wie aus dem Nichts auftauchen, werden mir allmählich bewusster. Ich begreife, dass ich und diese Menschen dasselbe sind, und ich begreife auch, was dieses Verständnis trübt und dazu führt, dass ich mich von ihnen getrennt fühle. Dadurch, dass uns diese Übung unsere Kraft wie auch unsere Verwirrung stärker vor Augen führt, deckt sie die natürliche Wärme auf und bringt uns der Welt um uns herum näher.“ Text: Pema Chödrön, Den Sprung wagen. Wie wir uns von destruktiven Gewohnheiten und Ängsten befreien. Goldmann Verlag Bild: Pixabay/ MichaelGaida

Norman Fischer: Frustration

Zu versuchen, nicht frustriert zu sein, wenn man es ist, erzeugt noch zusätzliche Frustration. Warum sie sich also nicht aus aller Nähe ansehen? Wenn du das machst wirst du feststellen, dass das Erste was du tust, wenn die Frustration aufsteigt, darin besteht, dass du nach jemandem oder etwas suchst, dem du die Schuld dafür geben kannst – sogar wenn du selbst das bist. Aber sobald du das tust, vermehrst du sie in Wirklichkeit, weil du dein tatsächliches Gefühl der Frustration übergehst – in dem in der Tat vergeblichen Versuch, es zu meiden -, indem du deine Energie auf das Objekt deiner Schuldzuweisung fokussiert. Das Ausmaß der Frustration ist aber immer zu groß, um diese zu übergehen. Man fällt nur immer wieder in sie zurück. (…) Wie fühlt sich Frustration an? Atmest du angespannt? Verspannen sich deine Schultern oder wird dein Gesicht rot und heiß? Beißt du die Zähne auf einander? Wie steht es mit deinen Fäusten? Was für Gedanken schießen dir in den Kopf? Kommen Erinnerungen hoch? Bilder? Wie ist Frustration wirklich? Merkwürdigerweise wird dich …

Um Hilfe bitten

In unterschiedlichen Zusammenhängen begegnet mir gerade das Thema „helfen und sich helfen lassen“. Es gibt meine über achtzigjährige Mutter, die mehr und mehr auf Hilfe angewiesen ist und meine Versuche zu verstehen, was eigentlich hilft wenn sich das Leben langsam neigt. Es gibt die Babys und Kleinkinder in meinen Kursen und die wiederkehrende Frage, in welchen Situationen Eltern eingreifen und helfen sollten und in welchen wir schon ganz kleinen Kinder Hilflosigkeit anerziehen, weil wir ihr Tempo nicht respektieren oder oft nicht abwarten können, bis sie ihre Fähigkeiten selbst entdecken. Ich denke auch an Maria Montessoris Satz „Hilf mir, es selbst zu tun“ – und an die Gratwanderung zwischen „zu viel helfen“ und „im Stich lassen“, auf der wir immer wieder unterwegs sind. Und ich denke an eine Kursteilnehmerin, die von einem auf den nächsten Moment vor Schmerzen nicht mehr laufen konnte und an ihre Einsicht, wie herausfordernd es ist, plötzlich nicht mehr diejenige zu sein, die alles im Griff hat, sondern diejenige, die andere um Hilfe bitten muss, sogar für die allerkleinsten Kleinigkeiten.

Einem Kind und sich selbst helfen

Achtsamkeit ist eine beständige Übung darin, präsent zu sein, sich zu öffnen und immer wieder vom Herzen her wahrzunehmen. Diese innere Haltung geht uns immer wieder verloren, weshalb wir eine Praxis brauchen, die uns an Achtsamkeit erinnert. Eine Form besteht darin, auf dem Kissen oder einem Stuhl sitzend zu meditieren, eine andere, das Leben mit all seinen Erscheinungen