Alle Artikel in: Kinder, Kinder….

Einem Kind und sich selbst helfen

Achtsamkeit ist eine beständige Übung darin, präsent zu sein, sich zu öffnen und immer wieder vom Herzen her wahrzunehmen. Diese innere Haltung geht uns immer wieder verloren, weshalb wir eine Praxis brauchen, die uns an Achtsamkeit erinnert. Eine Form besteht darin, auf dem Kissen oder einem Stuhl sitzend zu meditieren, eine andere, das Leben mit all seinen Erscheinungen

Kein Werkzeug – keine Methode

In diesen Tagen begegnet mir einmal wieder die Frage, welche Aufgaben im Leben wir eigentlich lösen können, wenn wir die „richtige Methode“ kennen und an welchen Stellen die „richtige Methode“ einer guten Lösung komplett im Wege steht. Je älter ich werde, desto mehr Bereiche entdecke ich nämlich, in denen „richtige Methoden“ eigentlich völlig unbrauchbar sind – und in denen die Suche nach dem richtigen „Werkzeug“ hilfreiche Antworten komplett verhindert. Es beginnt bei dem Thema Achtsamkeit. Wie kann man über die guten und hilfreichen Aspekte von Achtsamkeit sprechen, ohne den Eindruck zu erwecken, dass es um eine Methode geht, die man nur anwenden muss, um sich oder das Leben zu „verbessern“ – was Achtsamkeit gleichwohl bei vielen Menschen bewirkt? Wie können wir Achtsamkeit üben oder meditieren und zugleich erkennen, dass Meditation kein Schraubschlüssel ist, der Stress reduziert – was Meditation andererseits bei vielen Menschen erwiesenermaßen tut? Diese grundlegende Frage hat mich im Zusammenhang mit verschiedenen Themen immer wieder bewegt: als ich mich mit der Gewaltfreien Kommunikation befasst habe und bemerken musste, welche Widerstände Menschen – vor …

Eltern sein und Fehler machen

Der dänische Familientherapeut Jesper Juul hat in einem seiner Bücher einmal geschrieben, dass fünfzehn Fehler pro Tag für Eltern völlig in Ordnung sind.  Natürlich ging es ihm mit dieser Aussage darum, der Vorstellung, Eltern könnten oder müssten perfekt sein und immer alles richtig machen, entgegen zu steuern. Andererseits gehört „Fehler machen“ auf eine Weise zum Eltern sein dazu. Ganz objektiv gesehen machen Eltern manchmal auch Fehler, einfach weil sie nicht genug wissen, weil sie erschöpft oder gestresst sind, weil sie aus der eigenen Erfahrung und den eigenen Vorstellungen heraus auf ihre Kinder schauen und es nicht leicht ist, das eigene Gebäude aus Erfahrungen und Interpretationen zu verlassen. Eine Auswirkung von wachsender Achtsamkeit ist auch, dass wir uns Situationen, in denen wir zu unseren Kindern nicht freundlich sind und sie vielleicht verletzen oder beschämen, bewusst werden. Das ist nicht leicht, und in solchen Situationen zeigt sich, dass Achtsamkeit nicht auf direktem Weg zu Glück und Sonnenschein führt. Und zugleich lernen wir auf diesem Weg der Achtsamkeit, präsenter, geduldiger und mitfühlender zu sein  – auch und besonders …

Fehler machen

Auf der Welt und lebendig zu sein heißt, zu lernen und zu wachsen. Lernen und Wachsen aber ist mit Irrwegen und Fehlern verbunden. Wir alle machen Fehler, weil unsere Erfahrungen oder unser Wissen noch nicht ausreichen, um anders mit einer Situation umzugehen. Manchmal geht es auch an einem bestimmten Punkt nicht weiter, wir halten an Urteilen und Vorstellungen fest oder es fehlt an der Möglichkeit, die ganze Situation zu überschauen.

Meine Zeit ist der Augenblick

„Das Leben entfaltet sich nur im Hier und Jetzt. Sie sind entweder empfänglich für den kostbaren gegenwärtigen Augenblick oder Sie sind es nicht. Es bedarf nur der Achtsamkeit. So einfach ist das.“   David Dewulf … Nur einmal wieder in Ruhe die Zeitung lesen, einmal wieder zwei Stunden Löcher in die Luft starren und einfach nichts tun müssen… es geht selten um Dinge, die in Geschenkpapiere passen wenn  man Menschen danach fragt, was sie sich in er heutigen Zeit am meisten wünschen. „Freie Zeit“ steht auf der Liste meist an oberster Stelle. Gerade bei Eltern stehen hinter diesem Wunsch oft Gefühle von tiefer Erschöpfung. Sehr oft gibt es Ärger oder Wut darüber, dass die Unterstützung vom Partner, von Großeltern oder Freunden so viel geringer ist, als man sich das vorgestellt hat. Sehr oft gibt es Trauer darüber, so alleine gelassen zu sein. Und nicht selten wachsen aus Erschöpfung und Wut Ansprüche an die Kinder (sollen still und brav sein!), den/die Partner/In (soll einfach ganz anders sein!), die Gesellschaft (soll kinderfreundlich sein!) oder „die Politik“ (soll …

Disziplin, die von innen kommt

Ich gebe es unumwunden zu: wenn mir jemand was von Disziplin erzählt und davon, dass man doch nur diszipliniert sein muss, um…. dann stellen sich in mir alle Stacheln auf. Ich gerate auf der Stelle und ohne zu zögern in eine Haltung von innerem Widerstand, schalte auf Abwehr und lasse mich so gut wie gar nicht mehr zu irgend etwas überreden oder drängen. Ist das gut oder schlecht? Man weiß es nicht… Einerseits steht mir mein Widerstand sicher an der ein oder anderen Stelle im Weg und behindert auch, dass ich mir mit Ordnung, weniger Internet oder mehr frischer Luft etwas Gutes tue. Andererseits führt er aber auch zu der Frage, was mich eigentlich selbst und von innen heraus dazu bewegt, etwas zu tun, Anstrengungen oder Schwierigkeiten in Kauf zu nehmen und zu wachsen. Jetzt, zu Beginn des Jahres, tragen ja viele Menschen gute Vorsätze mit sich herum und wir glauben oft, mit etwas mehr Disziplin sei das schon zu schaffen, „mehr Sport“ oder „weniger essen“ oder „weniger „Smartphone“. Aber kaum sind ein paar Tage …

Der Erschöpfung begegnen

Wenn Achtsamkeit in unserem Leben Raum einnimmt, tritt sie mehr und mehr an die Stelle von Anspannung und dem ständigen getrieben sein, das so typisch ist für unsere Lebensweise in der heutigen Zeit. So oder so gibt es immer Dinge zu tun, die Frage ist nur, für welche Energie wir uns öffnen. Ist es die Energie von Stress und Hetze, die sich einstellt, wenn wir ständig darüber nachdenken, was wir demnächst machen sollten, ist es die Energie von Erschöpfung, die sich einstellt, wenn wir zu viel darüber nachdenken, was in der Vergangenheit besser oder anders hätte laufen können –  oder ist es die Energie der Achtsamkeit, die sich einstellt, wenn wir mit unserer Wahrnehmung in den gegenwärtigen Augenblick kommen.

Sich nicht einmischen

Schon lange begleitet mich ein Text der italienischen Kinderärztin und Pädagogin Maria Montessori über die Kunst, sich nicht einzumischen. Sie beschreibt darin die beständigen Impulse der Erwachsenen, sich in das Tun von Kindern einzumischen mit dem Ziel, Dinge zu verbessern, dem Kind zu helfen oder es zu verändern. Und regt dazu an, immer dann wenn wir einen solchen Impuls spüren, eine Perlenkette zu nehmen und eine Perle zu schieben – bis wir zu einem Gefühl der Ruhe und Stille kommen, das uns innerlich verändert. Dieses einfach da sein ohne ein Ziel zu verfolgen ist nicht leicht. Im Zusammensein mit Kindern habe ich oft erlebt, dass sich Eltern und Pädagogen zwar äußerlich still verhalten und sich weniger einmischen – innerlich aber mit der Vorstellung verbunden sind, dass Kinder auf diese Weise eigenständig lernen und forschen, selbstständig werden oder „besser lernen“ – und gar nicht bemerken, dass sich die Katze gerade in den Schwanz beißt und sie sich von der Haltung  sich „nicht einzumischen“ weit entfernt haben. Andererseits darf dieses „sich nicht einmischen“ nichts damit verwechselt werden, …

Warum Achtsamkeit?

Alle Eltern wollen glücklich sein. Und …. alle Eltern wollen gute Eltern sein, ihre Kinder lieben und auf gute Weise ins Leben begleiten. Als  Eltern aber leiden wir in der heutigen Zeit oft unter großem Druck und mangelnder Unterstützung und oft wissen wir nicht, was uns hilft uns was wir tun können. Vor allem wenn die Kinder noch klein sind brauchen Eltern eigentlich alles – nur keine weiteren Belastungen, Termine oder Anforderungen. Um Achtsamkeit in unser Leben zu bringen müssen wir glücklicherweise nichts leisten, wir müssen nicht gut darin werden, uns nicht messen lassen und auch nichts vorweisen. Wir müssen nicht einmal besonders gute Eltern sein…

Vom Sachen finden

Letze Woche hatte ich das Glück, mit einer Sachenfinderin im Park unterwegs zu sein. Meine Lehrerin im „Sachen finden“ war vier Jahre alt. Aber das Alter tut eigentlich nichts zur Sache. Entscheidend ist, dass ich an diesem Tag eine kleine Lehrstunde im Nicht-Suchen und Doch-Finden bekommen habe. Innerhalb kürzester Zeit haben wir gefunden: eine winzige hellblaue Perle, eine Zigarettenschachtel mit dem Foto eines Menschen im Krankenbett (!), Haselnüsse mit und ohne Puschel, eine weiße Feder, Steine mit Gesichtern, die erste Kastanie, winzige Tannenzapfen, Holzstückchen mit Löchern und Holzstücken mit feinen blauen Farbresten. Alle diese wunderbaren Schätze haben wir nicht gesucht, sie sind uns begegnet. Für eine kurze Zeit waren wir Sachenfinder. Das Erstaunliche ist: in einem Modus von ziellosem herumstreunen, von hierhin und dorthin gehen, haben wir gefunden, ohne zu suchen. Wir waren einfach offen für das, was uns begegnet. Eigentlich haben wir gar nicht nach Sachen gesucht, vielmehr wurden wir von den Sachen gefunden. In einem solchen Zusammenspiel aus Präsenz, offener Wahrnehmung, Neugier, Ziellosigkeit und „einfach da sein und schauen“ kommen wir in Kontakt …