Alle Artikel in: Zitate

Geschichten, Zitate und Inspirationen

Thich Nhat Hanh: Mein kleines Haus

„Mein kleines Haus ist gut genug. Es hat viele Fenster und die umgebende Landschaft ist so wunderschön. Wir verfügen über genügend Bedingungen, um bereits jetzt glücklich zu sein, wir müssen nicht in die Zukunft laufen, um noch ein paar mehr zu ergattern. Was wir haben reicht für uns. Wenn wir uns einen solchen Lebensstil erst einmal zu eigen gemacht haben, sind wir auf der Stelle ein glücklicher Mensch.“ Thich Nhat Hanh: Versöhnung mit dem inneren Kind. O.W. Barth Bold: Pixabay/StockSnap

Pema Chödrön: Passanten beobachten

„Es kann zu einer täglichen Übung werden, Passanten, an denen wir auf der Straße vorübergehen, in ihrem Menschsein wahrzunehmen. Wenn ich das tue, gewinnen Unbekannte für mich ein Gesicht. Sie rücken in den Mittelpunkt meiner Aufmerksamkeit und werden zu lebendigen Wesen, die an Freuden und Leiden teilhaben, so wie ich auch, zu Menschen, die Eltern, Nachbarn, Freunde und Feinde haben so wie ich. Auch meine Ängste und vorgefassten Meinungen, die über diese Unbekannten wie aus dem Nichts auftauchen, werden mir allmählich bewusster. Ich begreife, dass ich und diese Menschen dasselbe sind, und ich begreife auch, was dieses Verständnis trübt und dazu führt, dass ich mich von ihnen getrennt fühle. Dadurch, dass uns diese Übung unsere Kraft wie auch unsere Verwirrung stärker vor Augen führt, deckt sie die natürliche Wärme auf und bringt uns der Welt um uns herum näher.“ Text: Pema Chödrön, Den Sprung wagen. Wie wir uns von destruktiven Gewohnheiten und Ängsten befreien. Goldmann Verlag Bild: Pixabay/ MichaelGaida

Norman Fischer: Frustration

Zu versuchen, nicht frustriert zu sein, wenn man es ist, erzeugt noch zusätzliche Frustration. Warum sie sich also nicht aus aller Nähe ansehen? Wenn du das machst wirst du feststellen, dass das Erste was du tust, wenn die Frustration aufsteigt, darin besteht, dass du nach jemandem oder etwas suchst, dem du die Schuld dafür geben kannst – sogar wenn du selbst das bist. Aber sobald du das tust, vermehrst du sie in Wirklichkeit, weil du dein tatsächliches Gefühl der Frustration übergehst – in dem in der Tat vergeblichen Versuch, es zu meiden -, indem du deine Energie auf das Objekt deiner Schuldzuweisung fokussiert. Das Ausmaß der Frustration ist aber immer zu groß, um diese zu übergehen. Man fällt nur immer wieder in sie zurück. (…) Wie fühlt sich Frustration an? Atmest du angespannt? Verspannen sich deine Schultern oder wird dein Gesicht rot und heiß? Beißt du die Zähne auf einander? Wie steht es mit deinen Fäusten? Was für Gedanken schießen dir in den Kopf? Kommen Erinnerungen hoch? Bilder? Wie ist Frustration wirklich? Merkwürdigerweise wird dich …

Jon Kabat Zinn: Präsenz

„Präsent sein ist alles andere als eine Kleinigkeit. Es ist vielleicht die schwerste Arbeit der Welt. Ach, vergessen Sie ruhig das „vielleicht“. Es ist die schwerste Arbeit der Welt – zumindest das Aufrechterhalten der Präsenz. Und die wichtigste Arbeit.

Der alte Mann und das Pferd

Eine Geschichte aus dem alten China Ein alter Mann lebte in einem Dorf, sehr arm, aber selbst Könige waren neidisch auf ihn, denn er besaß ein wunderschönes weißes Pferd. Die Könige boten phantastische Summen für das Pferd, aber der Mann sagte dann: „Dieses Pferd ist für mich kein Pferd, sondern ein Freund. Und wie könnte man seinen eigenen Freund verkaufen?“ Der Mann war arm, aber sein Pferd verkaufte er nie. Eines Morgens fand er sein Pferd nicht im Stall. Das ganze Dorf versammelte sich, und die Leute sagten: „Du dummer alter Mann. Wir haben gewusst, dass das Pferd eines Tages gestohlen würde. Es wäre besser gewesen, es zu verkaufen. Welch ein Unglück! Welch ein Unglück! Nein!“ Der alte Mann sagte: „Geht nicht so weit, das zu sagen. Sagt einfach: ‚Das Pferd ist nicht im Stall‘. Ob es ein Unglück ist oder ein Segen, weiß ich nicht.“ Die Leute lachten den Alten aus. Sie hatten schon immer gewusst, dass er ein bisschen verrückt war. Aber am nächsten Tag kehrte das Pferd plötzlich zurück. Es war nicht …

Rumi: Das Gasthaus

Das menschliche Dasein ist ein Gasthaus. Jeden Morgen ein neuer Gast. Freude, Depression und Niedertracht – auch ein kurzer Moment von Achtsamkeit kommt als unverhoffter Besucher. Begrüße und bewirte sie alle! Selbst wenn es eine Schar von Sorgen ist die gewaltsam Dein Haus seiner Möbel entledigt Selbst dann behandle jeden Gast ehrenvoll vielleicht reinigt er Dich ja für neue Wonnen Dem dunklen Gedanken, der Scham, der Bosheit- begegne ihnen lachend an der Tür und lade sie zu dir ein Sei dankbar für jeden, der kommt denn alle sind zu Deiner Führung geschickt worden aus einer anderen Welt. Rumi

Ajahn Brahm: Idioten im Garten

„In Australien gehört ein Garten fast zu jeden Haus, doch nur wenige Menschen kommen in ihrem Garten wirklich zur Ruhe. Für die meisten ist er schlichtweg ein zusätzlicher Arbeitsplatz. Deshalb rate ich denjenigen, das Grün um ihr Haus eine gewisse Zeit lang zu hegen und zu pflegen und danach das Gleiche für ihr Herz zu tun. Dafür setzt man sich einfach ruhig in den Garten und erfreut sich an den Gaben der Natur.

Galway Kinnell: Die Knospe

Die Knospe steht für alles selbst für jene Dinge, die nicht blühen, denn alles blüht, aus sich selbst, aus innerem Glück, obwohl es manchmal nötig ist, ein Ding nochmals seine Liebenswürdigkeit zu lehren, einer Blume die Hand auf die Stirn zu legen ihr mit Worten und Berührungen zu sagen, wie schön sie ist, bis sie wieder aus sich selbst blüht, aus innerem Glück. aus Sharon Salzberg: Metta Meditation. arbor 2006