Alle Artikel in: Buchtipps

Gelesenes: Leslie Jamison „Die Empathie-Tests. Über Einfühlung in das Leiden anderer“

Um ehrlich zu sein: nach den ersten zehn Seiten war ich gar nicht so sehr davon überzeugt, dass dieses Buch in meinen Blog passt. Nach zwanzig Seiten aber war ich so fasziniert, dass ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte. Und von den folgenden dreihundert Seiten war ich abwechselnd gebannt und abgestoßen. Und ja: es ist ein Test, dem sich die Autorin unterzieht – und ihre Leser zieht sie mit, und manchmal schleift sie sie auch. Dem Gefühl, in Situationen gestoßen zu werden, die ich mir nicht ausgesucht habe und die ich, weil sie nicht meinem Leben entspringen, auch kaum bewältigen kann, konnte ich mich nicht ganz entziehen. Aber keine Frage – Leslie Jamison schreibt brillant, klug und radikal, drei Begriffe die schon auf dem Buchcover genannt werden. Es geht um persönliche Erfahrungen mit Situationen, in denen sie sich von ihrem Partner oder von Ärzten Empathie gewünscht hätte und sie nicht bekommen hat („Du redest dir da was ein!“),  und sie lotet zwischen Teilnahmslosigkeit und Besessenheit von Mitgefühl ihre eigene Fähigkeit aus, sich …

Gelesenes: Ajahn Brahm „Öffne die Tür zu deinem Herzen“

Vor ein paar Tagen bin ich auf ein kleines Buch gestoßen, das ich euch sehr empfehlen kann. Vielleicht kennt ihr den buddhistischen Lehrer Ajahn Brahm ja schon durch seine anderen Bücher „Die Kuh, die weinte“ oder „Der Elefant, der das Glück vergaß“. Ich mag die Geschichten  in diesen Büchern  sehr, weil sie die Einsichten und Lehren immer wieder humorvoll und klug auf den Punkt bringen. In fünf Schritten baut Ajahn Brahm zunächst einen Weg auf, der uns zu unserem „schönen Atem“ führt. Dieser bildet die Basis für den darauf folgenden Prozess, liebevolle Achtsamkeit zu erwecken. Er beschreibt, wie wir zunächst ein „warmes Feuerchen“ in unserem Herzen entfachen, indem wir uns beispielsweise ein kleines hilfloses Kätzchen vorstellen, ein Wesen also, dass unsere ganze Liebe und unser grenzenloses Mitgefühl wecken kann. In den nächsten Schritten weiten wir die liebevolle Achtsamkeit auf andere Menschen aus – und auf uns selbst. Sehr hilfreich ist auch der dritte Abschnitt, der sich in kurzen aber prägnanten Absätzen dem Umgang mit Störungen widmet. Trägheit, Reue, Unrast, Wut, Zorn, unser ständig „nörgelnder Geist“ …

Gelesenes: Erling Kagge „Stille“

„Die Stille um dich herum kann vieles enthalten, aber für mich ist die interessanteste Stille diejenige, die in mir ist. Eine Stille, die ich in gewisser Weise selbst schaffe. Daher suche ich nicht mehr nach der Stille um ich herum. Die Stille, auf die ich aus bin, ist die Stille in mir.“ In unserer lauten Welt sehnen wir uns nach Stille. Ist die Stille aber da, halten wir sie oft nicht aus, werden unruhig, lenken uns ab. Der norwegische Autor und Abenteurer Erling Kagge hat sich auf den Weg gemacht, die Stille zu suchen – und aus dieser Suche ist nun ein kluges und inspirierendes Buch geworden, das ich euch sehr empfehle. Einen Wegweiser, wie im Untertitel versprochen, einen Ratgeber also wie man Stille findet, sollte man nicht erwarten. Vielmehr lotet Erling Kagge in 33 Abschnitten seine eigenen Erfahrungen mit Stille aus – und als LeserInnen dürfen wir uns vertrauensvoll auf diesen Wegen führen lassen. Es sind Erinnerungen und Fragen, Gespräche, philosophisches und allgemein menschliches, er unternimmt Wege zur Wissenschaft, zur Literatur, Kunst und Musik, …

Gelesenes: Stille in der Stadt

Dieses Buch von Ursula Richard nehme ich immer mal wieder aus dem Schrank und es gehört unbedingt in die Reihe meiner Lieblingsbücher. Gerade in der Vorweihnachtszeit, zwischen Glockenläuten und dem lautstarken Geplärre von Weihnachtsliedern aus hundert Kanälen, zwischen Konsum um jeden Preis und bettelnden Menschen an jeder Straßenecke ist es ein hilfreicher „Stadtführer“ der besonderen Art.

Gelesenes: Einführung in die Meditation

Und noch ein schmales, mit vielen Bildern und Fotos gestaltetes Bändchen, das im Moment eines meiner Lieblingsbücher zur Einführung in die buddhistische Meditation ist. Tara Brach ist eine der bekanntesten Meditationslehrerinnen in Amerika und ihre verständliche und klare Sprache ist wirklich eine Wohltat. Sie schreibt mit viel Verständnis für die Probleme unserer modernen Lebensweise, ohne dabei zu belehren oder zu dozieren –  es ist vielmehr so als würde sie ihre Leser an die Hand nehmen und ihnen einen Weg aufzeigen, wie sie aus der „täglichen Trance“ heraus finden können. Meditation, das wird durch Tara Brachs Anleitung so deutlich, ist nichts kompliziertes und nicht aufgesetztes, sie ist natürlich und naheliegend. Tara Brach: Einführung in die Meditation. 125 Seiten Koha kompakt 7,99 EUR

Gelesenes: Mein kleines Achtsamkeitsbuch

Bunt und freundlich kommt dieses kleine Buch daher, in dem dreißig Achtsamkeitsübungen zusammengestellt sind. Die Autorin Simone Hermerath führt auf wenigen Seiten kurz aber sehr fundiert in die Praxis der Achtsamkeit ein und kommt dann zum Wesentlichen: den Übungen im Alltag. Neben bekannten Meditationen wie Achtsamkeit auf den Atem oder den Körper, achtsames Gehen oder achtsames Essen, beschreibt sie darin auch Übungen wie: „Sich tragen lassen“, „achtsam Personen wahrnehmen“ oder „achtsam summen“. Wer das täglich ausprobieren möchte kann in dreißig Tagen eine große Vielfalt von Übungen unterschiedlicher Länge und Ausrichtung kennen lernen. Die Illustrationen im Buch stammen von der vielfach ausgezeichneten Künstlerin Dorina Tessmann. Ihre farbenfrohen, ausdrucksstarken und doch auch feinen Bilder machen das Buch zu einer sehr ansprechenden Einladung an alle, die mehr Achtsamkeit in ihren Alltag bringen wollen – und zu einer schönen Geschenkidee. Simone Hermerath, Dorina Tessmann: Mein kleines Achtsamkeitsbuch. 75 Seiten, steffen verlag 12.95 Euro

Gelesenes: Achtsamkeit im Garten

Gärtnern als Achtsamkeitspraxis, säen, gießen, pflanzen und Unkraut jätet als spirituelle Übung in einem Buch, in das ich zu jeder Jahreszeit eintauchen kann und erfrischt und bereichert wieder auftauche. Die Autorin ist Landschaftsgärtnerin und Mitglied der Intersein-Ordens von Thich Nhat Hanh und sie bringt die Arbeit im Garten und die innere Arbeit der Achtsamkeit auf ganz wunderbare Weise mit einander in Verbindung. Jedes Thema leitet sie mit einem Gatha ein, einem Vers, der uns in der Praxis unterstützen soll. Da heißt es zum Beispiel: „Beim eingehenden Betrachten eines Baumes spüre ich seine Präsenz. In seiner Stille finde ich mein wahres Sein.“ Um aus dem Reichtum dieses Buches zu schöpfen muss man übrigens keinen großen Garten besitzen, es reichen auch Blumentöpfe auf der Fensterbank…. Murray, Zachiah: Achtsamkeit im Garten Mit der Natur wahres Glück erleben. nymphenburger 2014 128 S., 7,99 EUR