Achtsamkeit im Alltag, Texte und Inspirationen
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Eine Art zu sein

Jenseits aller Definitionen beschreibt das Wort „Achtsamkeit“ eine bestimmte Art zu sein. Eine Art zu sein, die uns auf ganz natürliche Weise gegeben ist, die uns aber im Lauf des Lebens und unter verschiedensten Einflüssen immer wieder abhanden kommen kann. Wenn wir uns aber nach Momenten der Achtsamkeit in unserem Leben fragen, dann erinnern sich eigentlich alle Menschen an Situationen, in denen sie bereits im Zustand der Achtsamkeit waren, auch wenn sie das nicht bewusst geübt haben.

Wenn wir anfangen, uns mit Achtsamkeit zu befassen und diese Haltung der freundlichen Präsenz bewusst einzuüben, lernen wir eine Übungspraxis kennen: Achtsamkeit auf den Atem, im Sitzen, Liegen, Gehen, Achtsamkeit auf Gedanken, Stimmungen, Wahrnehmungen. Dies sind wichtige, grundlegende Übungen, die uns im Alltag sehr helfen können und die uns Einsichten in bestimmte Zusammenhänge ermöglichen. Wenn wir beispielsweise lernen, unseren Urteilen über unsere Gedanken bewusster zu begegnen, überträgt sich dies in den Alltag und verändert unsere Haltung zu stressigen Situationen oder schwierigen Mitmenschen.

Immer wieder können wir uns aber auch fragen, was uns im Alltag dabei hilft, aus uns heraus Achtsamkeit entstehen zu lassen und in unser Leben zu bringen. Was geschieht, wenn wir mit unserer Aufmerksamkeit wirklich bei dem sind, was wir gerade tun? Was geschieht mit mir, wenn ich das was ist sehe, wirklich betrachte? Was verändert sich in meinem Umfeld, wenn ich die Aktivität meiner Hände bewusst bemerke? Verändert sich meine Mimik, meine Körperhaltung, meine Gesten, wenn ich mich innerlich auf freundliches Interesse einstelle? Und welche Resonanz erfahre ich, von Menschen und Dingen, wenn ich ihnen im Zustand der Achtsamkeit begegne?

Solche Fragen in den Mittelpunkt eines Tages zu stellen, oder vielleicht auch in den Mittelpunkt einer Woche oder eines ganzen Jahres, kann eine hilfreiche und spielerische kleine Aufgabe sein, die wir uns jederzeit vornehmen können. Es geht dabei nicht um „gute Vorsätze“ oder um ein wie auch immer geartetes Ziel, sondern um die Erfahrung, dass wir einen Raum erschaffen können, in dem wir Einsichten gewinnen und bewusster werden können.

Foto: Pixabay



4 Kommentare

  1. Lucia sagt

    Liebe Julia!

    Danke! auch das ist ein wunderbarer Beitrag, der, wie immer! im genau richtigen Moment kommt!
    Komm mit Deinen Töchtern, Deinem Mann und den Hunden gut ins neue Jahr!
    Ich drück Dich,
    Lucia

  2. Christel sagt

    Liebe Julia,

    hab ganz lieben Dank für deine Inspirationen, sie sind mir willkommene Unterstützer auf dem Weg mehr Raum für Erfahrungen zu schaffen.
    Dir und deiner Familie wünsche ich alles Gute für das neue Jahr!

    Ganz herzliche Grüße
    Christel

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