Achtsamkeit im Alltag
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Gedanken erforschen

Gedanken haben Schönes und Schwieriges mit uns im Sinn, sie meinen aber nichts davon persönlich. Sie kommen und gehen einfach und mir gefällt die Vorstellung, dass sie mit Paketen gefüllte Rucksäcke herumtragen, die wir entgegen nehmen und öffnen können – oder einfach mit dem Vermerk „unbekannt verzogen“ weiter wandern lassen. Denn nicht jedes Paket, dass vorbei kommt, ist auch an uns adressiert.

Achtsamkeitsübungen lehren uns, das Kommen, Dasein und Gehen unserer Gedanken zu bemerken, ohne etwas zu unterdrücken oder festzuhalten. Wir lernen, wie wir mit den Päckchen umgehen können, ob wir sie gierig an uns reißen und sofort öffnen, ob wir sie zunächst einmal vorsichtig betrachten, ob wir ihnen interessiert oder misstrauisch begegnen. Nach und nach bemerken wir, dass nicht alles was glänzend daher kommt auch Gold ist, wir erleben auch Überraschungen und manchmal stehen wir vor einer Ansammlung von Plunder, den einfach kein Mensch braucht…

Die wichtige Frage im Alltag ist aber immer wieder, was eigentlich die Qualität dieser Päckchen beeinflusst. Wie können wir leben, wie können wir sein, damit wir uns von unseren Gedanken unterstützt fühlen, damit sie uns weniger in die Irre führen, damit sie wir ihnen vertrauen können? In welchen Situationen sind unser Gedanken ein langer ruhiger Fluss, wann rasen sie wie ausgepeitscht durch die Gegend? Wie unterscheidet sich die Qualität unserer Gedanken wenn wir durch den Wald oder am Wasser entlang gehen von der Qualität der Gedanken im Supermarkt oder beim Ausräumen der Spülmaschine? Beeinflusst unsere Nahrung die Qualität der Gedanken und wie sind die Gedanken NACH einer Meditation? Was macht die Arbeit am PC mit den Gedanken, beim Lesen von Nachrichten, wenn du Vogelgezwitscher hörst oder den Wind, der durch die Blätter weht?

In welchen Situationen fühlst du dich wohl und im Einklang mit dem Reichtum deiner Gedanken?

Wir können immer wieder eigenen kleinen Ideen folgen, spielerisch fast, ganz nach eigenem Interesse und im eigenen Tempo. Es gibt nicht zu erreichen, nicht zu verbessern, es geht nicht darum, besonders gut oder erfolgreich in dieser Sache zu sein. Wenn wir aber immer mal wieder innehalten und den Gedanken mit freundlichem Interesse nachspüren, ohne sie für den Inhalt ihrer Rucksäcke zu verurteilen, verändert sich etwas…

Wie immer freue ich mich über eure Kommentare und Erfahrungen. Und wenn ihr hier eine eigene Idee teilt, in welchen Situationen ihr eure Gedanken bewusst bemerkt – dann freu ich mich auch!

Herzliche Grüße

Julia

Foto: pixabay/pasja1000

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