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Atmen

Unser Atem begleitet uns vom ersten bis zum letzten Moment unseres Lebens hier. Er verbindet Innen und Außen, Oben und Unten, er stömt durch uns hindurch und versorgt jede Zelle unseres Körpers mit Lebensenergie.

Wenn wir aber damit beginnen, unsere Wahrnehmung auf den Atem zu lenken bemerken wir meist schnell, dass es nicht einfach ist, den Atem einfach nur zu beobachten ohne ihn zu lenken oder zu verändern. Wir müssen aber nichts tun, nur mit freundlicher und liebevoller Aufmerksamkeit erforschen, wie er ist, wie er kommt, wie er geht. Je feiner wir in unserer Wahrnehmung werden, desto mehr bemerken wir auch, dass jeder Atemzug anders, jeder Atemzug neu und einzigartig ist. Dies zu erfahren verändert vieles.

Unser Atem hilft uns auch dabei, im gegenwärtigen Augenblick anzukommen. Ob wir an der Supermarktkasse stehen, unserem Kind die Schnürsenkel zubinden oder längere Zeit auf einem Kissen oder einem Stuhl sitzen wollen – unser Atem ist da. Nach und nach bringt er uns zur Stille, nach und nach führt er uns zu einer inneren Aufrichtung die uns hilft, stabiler und zugleich entspannter im Leben zu sitzen oder zu stehen. Es braucht nur Geduld und Freundlichkeit mit uns selbst – doch jeder einzelne Moment in dem wir uns bewusst unserem Atem zuwenden, bewegt und verändert etwas und öffnet uns ein klein wenig mehr für Achtsamkeit und Mitgefühl im gegenwärtigen Augenblick.

Es ist eine hilfreiche Übung für unseren Alltag, uns immer wieder zu erlauben, ein paar Minuten am Tag in Stille zu sitzen, uns der Wahrnehmung unseres Atems zuzuwenden und damit eine Erfahrung zu machen. Wenn wir bemerken, dass uns unsere Gedanken oder Gefühle davontragen, kommen wir einfach mit einer kleinen inneren Bewegung zur Wahrnehmung des Atems zurück. Dass wir abschweifen, dass Langeweile, Ärger oder Zweifel aufkommen ist Bestandteil der Übung. Alles darf da sein – und doch kehren wir beharrlich – und freundlich –  zur Wahrnehmung des Atems zurück. Es gibt dabei nichts zu erreichen, auch nicht „sich zu entspannen“. Unser Atem führt uns überall hin, wenn Zeit und Raum dafür da sind, auch zu tiefer Entspannung.

(j.g.)

 

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