Eltern sein

Gut für sich sorgen

In der heutigen Zeit Kinder zu erziehen ist wirklich nicht einfach. So viele Einflüsse wirken auf Eltern ein, so viele Erwartungen, so viele Ratschläge. Dabei meinen es ja alle gut, und alle, davon bin ich überzeugen, wünschen sich im Grunde Gutes für Eltern und Kinder.

In vielen Familien aber fehlt es an Zeit und Ruhe, um bei sich selbst ankommen und überhaupt einmal nachspühren können: „Wie geht es mir jetzt?“. Wenn der Stesspegel steigt und wir unsere innere Mitte verlieren, ist es schwer, gelassen zu bleiben und so Eltern zu sein, wir wir uns das vorgestellt haben.

Dabei müssen wir nicht perfekt sein. Wir müssen auch nicht alles wissen und auf jedes Problem eine Antwort kennen. Im Gegenteil: vieles löst sich, wenn wir im einfühlsamen Kontakt mit uns und unseren Kindern sind, wenn wir im Augenblick ankommen und zulassen, dass der klare und liebevolle innere Anteil in uns das Steuer übernimmt, auch wenn es gerade stressig ist. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Achtsamkeit und Meditation unser Gehirn tatsächlich verändern und wir lernen können, auch unter Stress noch einen klaren Kopf bewahren und gut mit Gefühlen umzugehen.

Eine kleine feine Übung besteht darin, mehrmals am Tag innezuhalten, den Atem wahrzunehmen und sich zu fragen „wie geht es mir jetzt?“ – ohne in diesem Moment etwas verändern zu wollen, ohne zu urteilen, ohne diesem, jenem oder uns selbst Schuld zuzuschreiben. Einfach für ein paar Momente innehalten – und dann beenden wir die Übung. Auf dieses Weise lernen wir viel über uns selbst, über Situationen die uns Stress bereiten und Situationen, die uns gut tun. Und darüber, dass wir uns in entspannten Situationen besser einfühlen können, offener dafür sind, uns innerlich auf uns selbst und andere einzustimmen, bereiter sind, Neues zu lernen.

(j.g.)