Kinder, Kinder....
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Im Hier und Jetzt

Solange Kinder noch kein Verständnis für die Zeit entwickelt haben kennen sie nur den Augenblick. Sie planen noch nicht den nächsten Tag oder gar die Termine im nächsten Monat. Sie verstehen noch nichts von „in einer halben Stunde“ oder von „zieh deine Mütze auf damit dir später nicht kalt wird“. Sie sind einfach da wo ihre Zeit ist, hier und jetzt.

Wir Erwachsene dagegen sind in der heutigen Zeit oft am planen und vorausdenken und mit den Gedanken selten dort, wo wir stehen oder bei dem, was wir gerade tun. Wir essen und sind in Gedanken bei einem Telefonat, das wir noch führen müssen. Wir fahren Auto und diskutieren in Gedanken mit dem Partner. Unser Kind erzählt etwas und wir sind gedanklich beim nächsten Einkauf. Sicher – auf eine Weise müssen wir planen und vorausdenken. In einer Welt, in der aber sowieso ununterbrochen äußere Reize auf uns einstöhmen, kann dieses ständige innere „nicht da sein“ aber große Verwirrung auslösen. „Nicht da sein“ zieht an unserer Kraft und es hinterlässt auch für unsere Kinder eine Ungewissheit, wenn sie immer wieder bemerken, dass Erwachsene zwar sichtbar, aber doch nicht richtig anwesend sind. Kinder brauchen es nicht, vierundzwanzig Stunden rund um die Uhr im Mittelpunkt zu stehen. Sie brauchen es aber, immer wieder für einige Momente wirklich wahrgenommen zu werden und zu erleben, dass ein anderer Mensch jetzt und hier ganz für sie präsent ist.

Dabei ist es ja eigentlich nicht schwer, mit unserer Aufmerksamkeit in den gegenwärtigen Augenblick zu kommen und bewusst wahrzunehmen, was wir tun oder welche Gedanken uns gerade durch den Kopf gehen. Schwierig ist es nur, sich immer und immer wieder daran zu erinnern – vor allem wenn die Alltagswellen einmal wieder höher schlagen.

Wenn wir uns also darin über wollen den Augenblick mit Achtsamkeit wahrzunehmen, können wir uns zum Beispiel zwei oder drei Tätigkeiten aussuchen bei denen wir von nun an wirklich präsent sein wollen. Wenn wir duschen zum Beispiel oder wenn wir unserem Kind beim anziehen helfen oder wenn wir Wäsche zusammenlegen. Alle Tätigkeiten an denen unsere Hände beteiligt sind eignen sich besonders gut für kleinen Reisen in den Augenblick und wir können meist sehr schnell erfahren, wie wohltuend und stärkend es sein kann, mit den Gedanken und Wahrnehmung wirklich bei dem zu sein, was wir gerade tun.

Es ist übrigens auch hier ganz normal, dass unsere Gedanken immer wieder auf Reisen gehen. Wir können sie nicht festhalten. Dies zu bemerken und dann sanft zur Wahrnehmung im gegenwärtigen Augenblick zurückzukehren ist ein Zeichen für wachsende Achtsamkeit. (j.g.)

 

 

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  1. Das merke ich schon jetzt bei meiner 15 mon alten Tochter, dass sie es gar nicht toll findet wenn ich ihr in manchen Momenten nicht die Aufmerksamkeit schenke die sie will! Das Handy ist ihr Feind und dann schiebt sie es weg! Aber sie hat ja recht!! Toller Artikel
    Lg babsi

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