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Leitsterne für Eltern

Es gibt in dieser Zeit und in unserem Leben als Eltern immer wieder innere und äußere Einflüsse, die uns von Achtsamkeit entfernen, die uns verwirren oder entmutigen und die dazu führen, dass wir uns selbst beschuldigen und das Gefühl haben, als Eltern niemals gut genug zu sein.

Auf dem Weg Eltern zu sein lernen wir aber mit der Zeit, dass es in keinem Augenblick darum geht, perfekt zu sein und die „einzig richtige Entscheidung zu treffen“. Was unsere Kinder vielmehr beeinflußt ist die Summe vieler kleiner Entscheidungen, die wir ununterbrochen mehr oder weniger unbewußt treffen. Kinder werden auch beeinflußt von der grundlegenden Stimmung oder Haltung in ihrer Familie, zum Beispiel davon ob es viel Stress gibt, ob sich die Eltern nach Konflikten wieder annähern, wie über andere Menschen gesprochen wird, welcher Umgang mit Geld vorherrscht, welche Situationen Angst oder Sorge hervorrufen und für was wir uns engagieren.

Als Eltern mussen wir auch akzeptieren, dass Kinder manchmal etwas mit auf die Welt bringen, das wir nicht kennen und das uns fremd ist. Wenn beispielsweise ein sehr bewegungsfreudiges, extrovertiertes Kind zu Eltern kommt, die eher ruhig und introvertiert sind, kann dies verunsichern. Manchmal kommen auch Kinder, denen es nicht so wichtig ist Ziele zu erreichen, zu sehr leistungs- und zielorientierten Eltern. Vor allem in der Pubertät zeigen die Jugendlichen oft ganz eigene Interessen und Wesenszüge und wir stehen vor der Frage, wie wir mit diesen fremden Wesenszügen, die uns da begegnen, umgehen können.

Eine große Unterstützung kann es daher sein, wenn wir uns bewußter darüber werden, was uns im Leben als Eltern eigentlich leitet oder welchem Leitstern wir folgen. Leitsterne gibt es viele: Achtsamkeit, Gewaltlosigkeit, Respekt, Machtverzicht, Liebe, Mitgefühl, Vertrauen, Geduld, Freiheit, Gleichheit, Verlässlichkeit, Ordnung, Verantwortung – um nur einige zu nennen.

Mit diesen Begriffen können wir auf sehr unterschiedliche Weise arbeiten. Wir können in Stille sitzen und beobachten, welche Gedanken, Erinnerungen oder Gefühle aufsteigen, wenn wir einen dieser Begriffe in den Mittelpunkt stellen. Wir können schreiben oder malen oder mit dem Partner zusammensitzen und über diese Begriffe sprechen.

Welche Erfahrungen hast Du in Deinem Leben beispielsweise mit Respekt gemacht? Wie zeigt sich das in Deinem Leben heute? Woran bemerkt dein Kind/deine Kinder, wenn Du respektvoll bist und woran erkennst du, dass ein anderer Mensch mit Dir respektvoll umgeht? Auf diese Weise können wir meditierend, schreibend oder im Gespräch einen Begriff erforschen und dadurch wird er in unserem Leben auch präsenter, wir können uns an ihm orientieren und ihn integrieren. Auf diese Weise können wir uns selbst darin unterstützen, unsere Leitsterne kennenzulernen und mehr Bewusstheit in unsere Leben als Eltern zu bringen! (j.g.)

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