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Gelesenes: Erling Kagge „Stille“

„Die Stille um dich herum kann vieles enthalten, aber für mich ist die interessanteste Stille diejenige, die in mir ist. Eine Stille, die ich in gewisser Weise selbst schaffe. Daher suche ich nicht mehr nach der Stille um ich herum. Die Stille, auf die ich aus bin, ist die Stille in mir.“

In unserer lauten Welt sehnen wir uns nach Stille. Ist die Stille aber da, halten wir sie oft nicht aus, werden unruhig, lenken uns ab. Der norwegische Autor und Abenteurer Erling Kagge hat sich auf den Weg gemacht, die Stille zu suchen – und aus dieser Suche ist nun ein kluges und inspirierendes Buch geworden, das ich euch sehr empfehle.

Einen Wegweiser, wie im Untertitel versprochen, einen Ratgeber also wie man Stille findet, sollte man nicht erwarten. Vielmehr lotet Erling Kagge in 33 Abschnitten seine eigenen Erfahrungen mit Stille aus – und als LeserInnen dürfen wir uns vertrauensvoll auf diesen Wegen führen lassen. Es sind Erinnerungen und Fragen, Gespräche, philosophisches und allgemein menschliches, er unternimmt Wege zur Wissenschaft, zur Literatur, Kunst und Musik, an den Küchentisch zu seinen Töchtern, in die Antarktis, in ein Fußballstadion und zurück zu dem Bett, in dem er als kleiner Junge angstvoll der Stille gelauscht hat. Und immer wieder führen seine  Betrachtungen zu Einsichten die nachklingen und uns dafür öffnen, Stille zu bemerken und uns ihr wieder zuzuwenden.

Ein kleines Forschungsprojekt ist für mich aus der Frage entstanden, wie und wo Frauen Stille suchen und finden. Dem will ich in den nächsten Wochen in meinem Alltag nachgehen. Unabhängig davon schärft dieses Buch unsere Sinne und unseren Verstand, um Stille neu zu entdecken und ihr, weil wir sie bemerken, neuen Raum zu geben.

Erling Kagge: Stille. Ein Wegweiser. Insel Verlag 2017
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Foto: Pixabay/pixel2013

 

 

 

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