Kinder, Kinder....
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Meine Zeit ist der Augenblick

„Das Leben entfaltet sich nur im Hier und Jetzt.
Sie sind entweder empfänglich für den kostbaren gegenwärtigen Augenblick
oder Sie sind es nicht.
Es bedarf nur der Achtsamkeit.
So einfach ist das.“   David Dewulf

… Nur einmal wieder in Ruhe die Zeitung lesen, einmal wieder zwei Stunden Löcher in die Luft starren und einfach nichts tun müssen… es geht selten um Dinge, die in Geschenkpapiere passen wenn  man Menschen danach fragt, was sie sich in er heutigen Zeit am meisten wünschen. „Freie Zeit“ steht auf der Liste meist an oberster Stelle.

Gerade bei Eltern stehen hinter diesem Wunsch oft Gefühle von tiefer Erschöpfung. Sehr oft gibt es Ärger oder Wut darüber, dass die Unterstützung vom Partner, von Großeltern oder Freunden so viel geringer ist, als man sich das vorgestellt hat. Sehr oft gibt es Trauer darüber, so alleine gelassen zu sein. Und nicht selten wachsen aus Erschöpfung und Wut Ansprüche an die Kinder (sollen still und brav sein!), den/die Partner/In (soll einfach ganz anders sein!), die Gesellschaft (soll kinderfreundlich sein!) oder „die Politik“ (soll mehr Krippenplätze schaffen!).

An all diesen Wünschen ist nichts falsch, und ja – vieles könnte anders und besser laufen. Mehr Unterstützung, mehr Entlastung, mehr Verständniss, mehr Bereitschaft sich gegenseitig zu helfen. Und ja, es bräuchte so viel mehr Menschen, die Zeit und Präsenz zu verschenken haben.

All diese Gedankenspiele und Vorstellungen aber sind in der konkreten Situation wenig hilfreich, weil sie tiefer in eine Spirale von Unzufriedenheit und Grübeleien führen können und weil wir in dieser Spirale genau das verpassen, worum es eigentlich geht: in Kontakt zu uns selbst zu kommen. In dem Moment nämlich, in dem wir mit uns selbst in Kontakt kommen, mit unserem Atem in diesem Augenblick, unseren Körperempfindungen in diesem Augenblick, wenn wir also anfangen wahrzunehmen ohne zu bewerten, gibt es keine Zeit mehr, die nicht ganz und gar unsere eigene wäre.

Der Augenblick in dem du eine Blume siehst ist deine Zeit – ebenso wie der Augenblick, in dem du deinem Kind die Jacke zuknöpfst. Der Augenblick in dem du durch den Wald joggst ist ebenso deine Zeit wie der Augenblick, in dem du in den Terminkalender der nächsten Woche schaust. Der Augenblick in dem du im Kino sitzt, tanzen gehst, Zeitung liest oder dich mit Freunden triffst ist ebenso sehr deine Zeit wie der Augenblick in dem du Kartoffeln schälst, dem Bus hinterher rennst oder versuchst, ein vor Zorn schreiendes und strampelndes Kind zu beruhigen.

Deine Zeit gehört dir ganz, von Augenblick zu Augenblick zu Augenblick. Sich dies mehrmals täglich bewusst zu machen vertieft unsere Freude und bringt innere Klarheit darüber, was es bedeutet, unserer Zeit Qualität, Tiefe und Sinn zu verleihen. Einfach mehrmals am Tag innezuhalten und für ein paar Momente den eigenen Atem wahrzunehmen ist eine guter Anfang, um eine Veränderung einzuleiten.

1 Kommentare

  1. Liesbeth de Vries sagt

    Achtsamkeit ist statisch. Sich achten ist dynamisch. Verben drücken das Hier und Jetzt so aus, wie ein Kind das Hier und Jetzt wahrnimmt. Wir reden in Verben und und tauchen ab in das Hier und Jetzt der Kinder, die im Ganzen leben. Kinder reagieren im Ganzen. Da sind wir dynamisch.

    Meine gelebte Filosophie,
    Liesbeth de Vries

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