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Pema Chödrön: Passanten beobachten

„Es kann zu einer täglichen Übung werden, Passanten, an denen wir auf der Straße vorübergehen, in ihrem Menschsein wahrzunehmen. Wenn ich das tue, gewinnen Unbekannte für mich ein Gesicht. Sie rücken in den Mittelpunkt meiner Aufmerksamkeit und werden zu lebendigen Wesen, die an Freuden und Leiden teilhaben, so wie ich auch, zu Menschen, die Eltern, Nachbarn, Freunde und Feinde haben so wie ich. Auch meine Ängste und vorgefassten Meinungen, die über diese Unbekannten wie aus dem Nichts auftauchen, werden mir allmählich bewusster. Ich begreife, dass ich und diese Menschen dasselbe sind, und ich begreife auch, was dieses Verständnis trübt und dazu führt, dass ich mich von ihnen getrennt fühle. Dadurch, dass uns diese Übung unsere Kraft wie auch unsere Verwirrung stärker vor Augen führt, deckt sie die natürliche Wärme auf und bringt uns der Welt um uns herum näher.“

Text: Pema Chödrön, Den Sprung wagen. Wie wir uns von destruktiven Gewohnheiten und Ängsten befreien. Goldmann Verlag
Bild: Pixabay/ MichaelGaida

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