Alle Artikel mit dem Schlagwort: Augenblick

Im Hier und Jetzt

Solange Kinder noch kein Verständnis für die Zeit entwickelt haben kennen sie nur den Augenblick. Sie planen noch nicht den nächsten Tag oder gar die Termine im nächsten Monat. Sie verstehen noch nichts von „in einer halben Stunde“ oder von „zieh deine Mütze auf damit dir später nicht kalt wird“. Sie sind einfach da wo ihre Zeit ist, hier und jetzt. Wir Erwachsene dagegen sind in der heutigen Zeit oft am planen und vorausdenken und mit den Gedanken selten dort, wo wir stehen oder bei dem, was wir gerade tun. Wir essen und sind in Gedanken bei einem Telefonat, das wir noch führen müssen. Wir fahren Auto und diskutieren in Gedanken mit dem Partner. Unser Kind erzählt etwas und wir sind gedanklich beim nächsten Einkauf. Sicher – auf eine Weise müssen wir planen und vorausdenken. In einer Welt, in der aber sowieso ununterbrochen äußere Reize auf uns einstöhmen, kann dieses ständige innere „nicht da sein“ aber große Verwirrung auslösen. „Nicht da sein“ zieht an unserer Kraft und es hinterlässt auch für unsere Kinder eine Ungewissheit, …

Mit Kindern innehalten

Im Alltag stehen Eltern oft unter zeitlichem Druck. Wir haben ein Ziel vor Augen, zum Beispiel das Kind anzuziehen weil wir noch einkaufen wollen. Es soll schnell gehen mit der Jacke, den Schuhen, der Mütze. Das Kind unterm Arm geht es zum Auto, das Kind will sich nicht anschnallen lassen und wehrt sich. Es gibt Geschrei und innere Aufruhr und unsere Gedanken und Bewegungen werden spitz und sind manchmal nicht mehr gewaltfrei. Und weil viele Eltern diese Erfahrungen machen scheint es, als würden solche Situationen unweigerlich zum Leben mit Kindern dazu gehören. Wir kennen es ja nicht anders. Wir glauben, dass wir Zeit gewinnen wenn wir schneller werden und Druck ausüben.

Frieden wahrnehmen

Eltern zu sein und mit Kindern zu wachsen eröffnet uns eine große und umfassende Möglichkeit, Frieden in die Welt, in Familien, Gemeinschaften und in uns selbst zu bringen. Die ungarische Kinderärztin Emmi Pikler hat dazu einmal gesagt: „Friedenserziehung beginnt auf dem Wickeltisch“. Was sie damit meinte war, dass bereits die Art und Weise, wie wir ein kleines Kind wickeln und pflegen, wie wir es berühren, anziehen und betrachten den Samen des Friedens in ein Kind legen kann. Im Sinne der Achtsamkeit aber geht dieser Ansatz viel weiter: Könnte nicht jeder Moment unseres Lebens, jeder Schritt den wir gehen und jedes Wort das wir aussprechen von Frieden und Freundlichkeit geprägt sein?