Alle Artikel mit dem Schlagwort: begegnen

Gedanken erforschen

Gedanken haben Schönes und Schwieriges mit uns im Sinn, sie meinen aber nichts davon persönlich. Sie kommen und gehen einfach und mir gefällt die Vorstellung, dass sie mit Paketen gefüllte Rucksäcke herumtragen, die wir entgegen nehmen und öffnen können – oder einfach mit dem Vermerk „unbekannt verzogen“ weiter wandern lassen. Denn nicht jedes Paket, dass vorbei kommt, ist auch an uns adressiert. Achtsamkeitsübungen lehren uns, das Kommen, Dasein und Gehen unserer Gedanken zu bemerken, ohne etwas zu unterdrücken oder festzuhalten. Wir lernen, wie wir mit den Päckchen umgehen können, ob wir sie gierig an uns reißen und sofort öffnen, ob wir sie zunächst einmal vorsichtig betrachten, ob wir ihnen interessiert oder misstrauisch begegnen. Nach und nach bemerken wir, dass nicht alles was glänzend daher kommt auch Gold ist, wir erleben auch Überraschungen und manchmal stehen wir vor einer Ansammlung von Plunder, den einfach kein Mensch braucht… Die wichtige Frage im Alltag ist aber immer wieder, was eigentlich die Qualität unserer beeinflusst. Wie können wir leben, wie können wir sein, damit wir uns von unseren Gedanken …

Etwas einfach tun

Achtsamkeit bezeichnet eine innere Haltung, in der wir Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen wahrnehmen ohne Urteile über sie zu fällen. Wir sind einfach da und beobachten mit freundlicher Anteilnahme, was um uns herum und in uns drin gerade passiert. Immer mal wieder können wir uns im Lauf des Tages auch die Frage stellen: was begegnet mir jetzt? Es gibt diese Vielfalt an Farben und Formen, Licht und Dunkelheit, Bewegung, Geräuschen und Gerüchen zu entdecken. Ebenso ist es mit Gedanken, Gefühlen und Körperempfindungen. Wenn wir uns immer wieder bewußt darin üben, wahrzunehmen ohne Urteile zu fällen, entsteht Achtsamkeit. Wir werden freier von automatischen Reaktionen, es entsteht ein Bewusstsein für Verbundenheit und innere Freundlichkeit. Diese innere Haltung verändert auch unser Handeln. Es entsteht ja schnell der Eindruck, dass uns Achtsamkeit dazu bringt, passiv zu werden und nichts zu tun. Und ja – wenn wir Achtsamkeit auf dem Stuhl sitzend und in Stille üben, nehmen wir uns ein Auszeit vom Machen und Tun. Dann aber endet die Zeit der Meditation, wir kehren in eine Welt zurück in der es …

Graue Tage

Ein Tag an der dänischen Ostseeküste. Es regnet nicht, aber trocken ist es auch nicht. Nieselregen, feuchte Luft. Das Meer ist grau, der Himmel ist grau, mehr Grau geht nicht. Und doch… unfassbar viele Schattierungen, Abstufungen, lichte und dunkle Stellen zwischen Weiß und Schwarz. Schönheit, Eleganz und Sanftheit liegen auch darin. Und dann diese Stille… Urplötzlich die Hagebutten – knallen ihr Rot in die Welt. Kraftstrotzend, glänzend, berstend vor Saft. Was wären sie ohne das Grau?       Text: j.g. Foto: f.e.      

Um Hilfe bitten

In unterschiedlichen Zusammenhängen begegnet mir gerade das Thema „helfen und sich helfen lassen“. Es gibt meine über achtzigjährige Mutter, die mehr und mehr auf Hilfe angewiesen ist und meine Versuche zu verstehen, was eigentlich hilft wenn sich das Leben langsam neigt. Es gibt die Babys und Kleinkinder in meinen Kursen und die wiederkehrende Frage, in welchen Situationen Eltern eingreifen und helfen sollten und in welchen wir schon ganz kleinen Kinder Hilflosigkeit anerziehen, weil wir ihr Tempo nicht respektieren oder oft nicht abwarten können, bis sie ihre Fähigkeiten selbst entdecken. Ich denke auch an Maria Montessoris Satz „Hilf mir, es selbst zu tun“ – und an die Gratwanderung zwischen „zu viel helfen“ und „im Stich lassen“, auf der wir immer wieder unterwegs sind. Und ich denke an eine Kursteilnehmerin, die von einem auf den nächsten Moment vor Schmerzen nicht mehr laufen konnte und an ihre Einsicht, wie herausfordernd es ist, plötzlich nicht mehr diejenige zu sein, die alles im Griff hat, sondern diejenige, die andere um Hilfe bitten muss, sogar für die allerkleinsten Kleinigkeiten.

Das Herz für unser Kind öffnen

Mit unseren Kindern im herzlichen Kontakt zu sein, unser Herz für ein Kind zu öffnen… es klingt so selbstverständlich, und kann doch so schwierig sein. Gerade dann, wenn der Stresspegel mal wieder steigt, wenn unsere Kinder mal wieder ganz und gar nicht so sind oder so reagieren, wie wir uns das wünschen, kann unser Herz eng werden oder sich ganz verschließen. Sehr oft verhalten auch wir uns dann auf eine Weise, die dem Wunschbild, das wir von uns als Eltern haben, nicht entspricht. Wenn unser Herz eng wird oder verschossen, verlieren wir nicht nur die Geduld und das Wohlwollen mit unseren Kindern, wir verlieren auch die Geduld und die Freundlichkeit mit uns selbst. Schnell kann es passieren, dass wir in einen unheilvollen Strudel aus Vorwürfen, Schuldzuweisen, neuem Ärger und weiterer Wut geraten. Zusätzlich zu den oft schwierigen Bedingungen, unter denen wir in der heutigen Zeit Eltern sind, beschweren wir auf diese Weise unser Zusammensein mit Kindern durch belastende Gedanken. Unser Herz kann sich öffnen, wenn wir unseren Kopf von Urteilen und Wunschvorstellungen befreien. Wir müssen …