Alle Artikel mit dem Schlagwort: Eltern sein

Warum Achtsamkeit?

Alle Eltern wollen glücklich sein. Und …. alle Eltern wollen gute Eltern sein, ihre Kinder lieben und auf gute Weise ins Leben begleiten. Als  Eltern aber leiden wir in der heutigen Zeit oft unter großem Druck und mangelnder Unterstützung und oft wissen wir nicht, was uns hilft uns was wir tun können. Vor allem wenn die Kinder noch klein sind brauchen Eltern eigentlich alles – nur keine weiteren Belastungen, Termine oder Anforderungen. Um Achtsamkeit in unser Leben zu bringen müssen wir glücklicherweise nichts leisten, wir müssen nicht gut darin werden, uns nicht messen lassen und auch nichts vorweisen. Wir müssen nicht einmal besonders gute Eltern sein…

Ärger, Wut und Traurigkeit

Eltern zu sein bringt uns in Kontakt mit starken Gefühlen – unseren eigenen und denen unserer Kinder. Einerseits empfinden wir für unser Kind eine Zärtlichkeit, die ganz anders ist als alles,  was wir zuvor gefühlt haben. Viele Eltern schildern, dass sie sich weicher und durchlässiger fühlen und Momente großer Freude aber auch Ärger, Angst und Gefühle von Einsamkeit intensiver erleben. In einer Kultur in der Menschen von klein auf lernen, Gefühlen zu misstrauen oder sich für Trauer und Ärger schuldig zu fühlen, kann uns der Kontakt mit den eigenen starken Gefühlen und denen unserer Kinder ziemlich herausfordern.

In Bewegung sein

Zu den schönsten Momente im Leben mit kleinen Kinder gehören sicher die, in dem sie Laufen lernen. In diesen Zeiten machen nicht nur die Kinder ihre ersten Schritte, wir haben auch kleine Lehrmeister vor uns, von denen wir uns einiges über „Schritte machen“ abschauen können. Laufen zu lernen ist bei Kindern, wenn es im eigenen Tempo und aus eigener Kraft geschieht,  ein ganz fließender Prozess. Sie machen ein paar Schritte, sie fallen, sie stehen wieder auf, sie kehren zum Laufen zurück. Ein innerer Plan, ein Wunsch, ein Antrieb bringt sie dazu, sich immer und immer wieder aufzurichten und die nächsten Schritte zu unternehmen. Es gibt bei ihnen – soweit ich das beobachten kann – kein Urteil über Scheitern und Vorwärtskommen. Es gibt keine inneren Dramen (andere sind schuld daran, dass ich gefallen bin/ ich bin schon so oft gefallen und werde es nie schaffen / ich muss es schaffen um gut genug zu sein), kein Festhalten und keinen Stillstand. Alles fließt.

Gute Eltern

Als Eltern tragen wir alle in unserem Inneren ein Wissen darum, was es bedeutet, eine gute Mutter oder ein guter Vater zu sein. Zugleich sind wir umgeben von äußeren Maßstäben – und fühlen uns oft schlecht oder unzureichend, weil wir diesen Maßstäben nicht entsprechen. Es gibt im Leben von Eltern Ungeduld, Ärger, Stress und Staubfocken in den Wohnzimmerecken. Auf dem achtsamen Weg Eltern zu sein und Kinder zu begleiten kann uns bewusst werden, wie schwierig und unpassend es ist, sich an äußeren Messlatten zu orientieren – und wie unkompliziert vieles wird, wenn wir einfach mit dem sind, was aus uns selbst heraus in diesem gegenwärtigen Augenblick möglich ist.

Eltern im Stress

Jedes Kind kennt den Ton der Feuerwehr, die in höchstem Tempo zu einem Einsatz durch die Straßen rast. Und auch wir wissen, wenn wir im Auto unterwegs sind, was zu tun ist: möglichst schnell zu Seite fahren und der Feuerwehr Platz machen, denn Rettungsfahrzeuge haben Vorfahrt und ihr Durchkommen hat allerhöchste Priorität. Sehr ähnliche Vorgänge finden, soweit wir dies heute wissenschaftlich erforschen können, in unserem Gehirn statt, wenn wir (Erwachsene oder Kinder) unter akuten Stress geraten. Ein kleiner Teil in unserem Gehirn, die Amygdala, dient sozusagen als Alarmglocke. Wenn sie anspringt, rasen die Feuerwehrautos durch unser System und reagieren,  als wäre unser Leben in Gefahr. Sie zwingen uns zu Schutzreaktionen, zu Angriff, Flucht oder dazu, in Deckung zu gehen. Mitgefühl, Freundlichkeit, erst einmal nachdenken bevor wir handeln, Kreativität, Lernen, Spielfreude oder die Fähigkeit sich in andere hineinzuversetzen, müssen zur Seite treten. Unser Leben zu schützen oder zu verteidigen ist wichtiger als alles, was uns in Verbindung bringt – darauf ist unser Gehirn seit Urzeiten trainiert.