Alle Artikel mit dem Schlagwort: Erziehung

Jugendliche

Immer wieder im Leben machen Menschen schwierige oder schmerzliche Erfahrungen, immer wieder wissen wir nicht, warum diese Situation jetzt da ist. Wir fühlen nur die Schwierigkeiten und den Schmerz und verstehen nicht, was eigentlich passiert. Erst im Laufe des Lebens oder im Rückblick sehen wir manchmal ein, dass uns schmerzliche Erfahrungen zu einem tieferen Verständnis geführt haben. Es ist wohl so, dass uns jede schmerzliche Situation innerlich weiten  und uns helfen kann, Mitgefühl, innere Klarheit und Freundlichkeit mit uns selbst und anderen zu entwickeln – wenn wir gelernt haben, sie in den Raum von achtsamem Gewahrsein zu stellen. Im Zusammenleben mit Jugendlichen und jungen Menschen beobachte ich gerade, wie schwer es in diesem Alter sein kann, über den eigenen Schmerz hinauszuschauen und zu erkennen, dass alle Menschen verwundbar sind und dass es im Leben mehr gibt als die eigene schmerzliche Erfahrung. In diesem Alter sind sie noch so sehr mit sich selbst beschäftigt, manchmal wie  Raupen zurückgezogen in ihrem Kokon,  manchmal wie in einer Austernschale, die sich blitzschnell verschließen kann. Wie wichtig ist es doch …

Leitsterne für Eltern

Es gibt in dieser Zeit und in unserem Leben als Eltern immer wieder innere und äußere Einflüsse, die uns von Achtsamkeit entfernen, die uns verwirren oder entmutigen und die dazu führen, dass wir uns selbst beschuldigen und das Gefühl haben, als Eltern niemals gut genug zu sein. Auf dem Weg Eltern zu sein lernen wir aber mit der Zeit, dass es in keinem Augenblick darum geht, perfekt zu sein und die „einzig richtige Entscheidung zu treffen“. Was unsere Kinder vielmehr beeinflußt ist die Summe vieler kleiner Entscheidungen, die wir ununterbrochen mehr oder weniger unbewußt treffen. Kinder werden auch beeinflußt von der grundlegenden Stimmung oder Haltung in ihrer Familie, zum Beispiel davon ob es viel Stress gibt, ob sich die Eltern nach Konflikten wieder annähern, wie über andere Menschen gesprochen wird, welcher Umgang mit Geld vorherrscht, welche Situationen Angst oder Sorge hervorrufen und für was wir uns engagieren. Als Eltern mussen wir auch akzeptieren, dass Kinder manchmal etwas mit auf die Welt bringen, das wir nicht kennen und das uns fremd ist. Wenn beispielsweise ein sehr …

Eltern im Stress

Jedes Kind kennt den Ton der Feuerwehr, die in höchstem Tempo zu einem Einsatz durch die Straßen rast. Und auch wir wissen, wenn wir im Auto unterwegs sind, was zu tun ist: möglichst schnell zu Seite fahren und der Feuerwehr Platz machen, denn Rettungsfahrzeuge haben Vorfahrt und ihr Durchkommen hat allerhöchste Priorität. Sehr ähnliche Vorgänge finden, soweit wir dies heute wissenschaftlich erforschen können, in unserem Gehirn statt, wenn wir (Erwachsene oder Kinder) unter akuten Stress geraten. Ein kleiner Teil in unserem Gehirn, die Amygdala, dient sozusagen als Alarmglocke. Wenn sie anspringt, rasen die Feuerwehrautos durch unser System und reagieren,  als wäre unser Leben in Gefahr. Sie zwingen uns zu Schutzreaktionen, zu Angriff, Flucht oder dazu, in Deckung zu gehen. Mitgefühl, Freundlichkeit, erst einmal nachdenken bevor wir handeln, Kreativität, Lernen, Spielfreude oder die Fähigkeit sich in andere hineinzuversetzen, müssen zur Seite treten. Unser Leben zu schützen oder zu verteidigen ist wichtiger als alles, was uns in Verbindung bringt – darauf ist unser Gehirn seit Urzeiten trainiert.