Alle Artikel mit dem Schlagwort: fühlen

Angst – das scheue Tier

In dem wunderbaren Jugendbuch „Ein Dorf am Meer“* der amerikanischen Schriftstellerin Paula Fox stoße ich auf einen kleinen Text über die Angst: „Ich stelle mir vor, dass ein scheues Tier in mir ist“, sagt da ein Vater zu seiner Tochter. Und er erklärt ihr weiter: „Wenn es Angst hat, spüre ich es zittern. Es kann nicht hören. Es kennt nur die Angst, die es empfindet. Es hat weder Gedächtnis noch eine Vorstellung von der Zukunft. Es lebt in der Gegenwart – im Hier und Jetzt – und ich versuche mir einzureden, dass es nur ein Teil von mir ist, ein kleines ängstliches Ding, das ich bedauern kann. Wenn mir das gelingt, geschieht etwas. Das Tier hat dann nicht mehr so viel Angst.“ Ja, denke ich mir, da ist Paula Fox tief eingetaucht, um das Wesen der Angst zu erforschen. Angst – dieses scheue Tier – kennt nur die Angst. Und es kennt nur die Angst vor der Angst und erzittert vor der eigenen Angst. Es kennt keinen Ausweg. Aber: es kennt das Hier und Jetzt. …

Enttäuschung

Da habe ich doch gerade auf facebook einen schönen Satz gepostet – und der geht so: „Schiffe sinken nicht, weil sie von Wasser umgeben sind. Schiffe sinken, wenn das Wasser in sie eindringt. Lass nicht zu dass das, was um dich ist, in dich eindringt und dich nach unten zieht.“ Und kaum habe ich diese schöne Weisheit in die Welt geschickt, da macht es einmal kurz „plopp“ – und schon bin ich in einer Situation, in der ich mir diesen Spruch selbst an den Spiegel kleben kann… Gleichzeitig war das Leben so nett, mir diese Weisheit zwei Tage vor der akuten Situation zu schicken, so dass ich mich nach zwanzig Minuten Wut und Ärger dann doch daran erinnert habe. Wie war das noch mit der achtsamen Selbstfreundlichkeit? „Es geht vorbei!“. „Schau einfach mal, wie du morgen darüber denkst…“, „Lass es ziehen…“, „Lass dir nicht bange machen!“, „Lass nicht zu, dass die Kleinlichkeit anderer Raum in deinem Haus bezieht.“. Da war ich doch so voller Freude und Euphorie – und dann kommt da eine Bekannte und …

Ärger, Wut und Traurigkeit

Eltern zu sein bringt uns in Kontakt mit starken Gefühlen – unseren eigenen und denen unserer Kinder. Einerseits empfinden wir für unser Kind eine Zärtlichkeit, die ganz anders ist als alles,  was wir zuvor gefühlt haben. Viele Eltern schildern, dass sie sich weicher und durchlässiger fühlen und Momente großer Freude aber auch Ärger, Angst und Gefühle von Einsamkeit intensiver erleben. In einer Kultur in der Menschen von klein auf lernen, Gefühlen zu misstrauen oder sich für Trauer und Ärger schuldig zu fühlen, kann uns der Kontakt mit den eigenen starken Gefühlen und denen unserer Kinder ziemlich herausfordern.