Alle Artikel mit dem Schlagwort: Gewahrsein

Wellen

Schmerzliche Situationen, Stress und Krankheit sind Teil des Lebens. Wie leicht sagt sich das, wenn der Himmel frühlingsblau ist, wenn wir keine Schmerzen haben, uns nicht bedroht fühlen und auch sonst alles ganz gut im Gleichgewicht ist. Wenn wir dagegen krank sind, Schmerzen haben oder unser Leben gerade aus den Fugen gerät, kann es schwer sein, diesen Satz zu lesen oder ihn von einem anderen Menschen zu hören. Schnell schwingt da etwas mit von „mach kein Theater, reiß dich halt mal zusammen, so schlimm ist es doch nicht“. Zugleich aber liegt in diesem Satz so viel Entlastung und Erleichterung in einer Zeit und einer Kultur in der viele glauben, wir müssten doch nur noch perfekter sein, noch mehr arbeiten, noch bessere Eltern sein und vor allem noch mehr und noch mehr und noch mehr machen, um glücklich zu sein. Achtsamkeit geht einen anderen Weg. Sie erzählt uns von Wellen, denen wir im Leben unterbrochen ausgesetzt sind – und von einem Übungsweg auf dem wir lernen können, geschickter und besser mit diesen Wellen umzugehen. Wir müssen …

Jugendliche

Immer wieder im Leben machen Menschen schwierige oder schmerzliche Erfahrungen, immer wieder wissen wir nicht, warum diese Situation jetzt da ist. Wir fühlen nur die Schwierigkeiten und den Schmerz und verstehen nicht, was eigentlich passiert. Erst im Laufe des Lebens oder im Rückblick sehen wir manchmal ein, dass uns schmerzliche Erfahrungen zu einem tieferen Verständnis geführt haben. Es ist wohl so, dass uns jede schmerzliche Situation innerlich weiten  und uns helfen kann, Mitgefühl, innere Klarheit und Freundlichkeit mit uns selbst und anderen zu entwickeln – wenn wir gelernt haben, sie in den Raum von achtsamem Gewahrsein zu stellen. Im Zusammenleben mit Jugendlichen und jungen Menschen beobachte ich gerade, wie schwer es in diesem Alter sein kann, über den eigenen Schmerz hinauszuschauen und zu erkennen, dass alle Menschen verwundbar sind und dass es im Leben mehr gibt als die eigene schmerzliche Erfahrung. In diesem Alter sind sie noch so sehr mit sich selbst beschäftigt, manchmal wie  Raupen zurückgezogen in ihrem Kokon,  manchmal wie in einer Austernschale, die sich blitzschnell verschließen kann. Wie wichtig ist es doch …

Fehlern begegnen

Wie eigentlich würde es uns selbst, unseren Kindern und allen Menschen ergehen, wenn wir  immer öfter mal mit freundlicher Anteilnahme fragen würden: „Was hast du schon mal falsch gemacht – und was ist denn eigentlich daraus geworden?“ Was wäre, wenn wir Fehlerhaftigkeit in unser nicht urteilendes Gewahrsein einschließen könnten – und wenn wir über unsere Fehler mit einem Menschen sprechen könnten, der nicht urteilt, kein Ziel mit uns hat und auch keine Angst, das anzuhören, was ausgesprochen werden will? Der also einfach da ist, aufmerksam und freundlich, und der sanft nachfragt, wenn dies gebraucht wird?