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Norman Fischer: Frustration

Zu versuchen, nicht frustriert zu sein, wenn man es ist, erzeugt noch zusätzliche Frustration. Warum sie sich also nicht aus aller Nähe ansehen? Wenn du das machst wirst du feststellen, dass das Erste was du tust, wenn die Frustration aufsteigt, darin besteht, dass du nach jemandem oder etwas suchst, dem du die Schuld dafür geben kannst – sogar wenn du selbst das bist. Aber sobald du das tust, vermehrst du sie in Wirklichkeit, weil du dein tatsächliches Gefühl der Frustration übergehst – in dem in der Tat vergeblichen Versuch, es zu meiden -, indem du deine Energie auf das Objekt deiner Schuldzuweisung fokussiert. Das Ausmaß der Frustration ist aber immer zu groß, um diese zu übergehen. Man fällt nur immer wieder in sie zurück. (…) Wie fühlt sich Frustration an? Atmest du angespannt? Verspannen sich deine Schultern oder wird dein Gesicht rot und heiß? Beißt du die Zähne auf einander? Wie steht es mit deinen Fäusten? Was für Gedanken schießen dir in den Kopf? Kommen Erinnerungen hoch? Bilder? Wie ist Frustration wirklich? Merkwürdigerweise wird dich …

Um Hilfe bitten

In unterschiedlichen Zusammenhängen begegnet mir gerade das Thema „helfen und sich helfen lassen“. Es gibt meine über achtzigjährige Mutter, die mehr und mehr auf Hilfe angewiesen ist und meine Versuche zu verstehen, was eigentlich hilft wenn sich das Leben langsam neigt. Es gibt die Babys und Kleinkinder in meinen Kursen und die wiederkehrende Frage, in welchen Situationen Eltern eingreifen und helfen sollten und in welchen wir schon ganz kleinen Kinder Hilflosigkeit anerziehen, weil wir ihr Tempo nicht respektieren oder oft nicht abwarten können, bis sie ihre Fähigkeiten selbst entdecken. Ich denke auch an Maria Montessoris Satz „Hilf mir, es selbst zu tun“ – und an die Gratwanderung zwischen „zu viel helfen“ und „im Stich lassen“, auf der wir immer wieder unterwegs sind. Und ich denke an eine Kursteilnehmerin, die von einem auf den nächsten Moment vor Schmerzen nicht mehr laufen konnte und an ihre Einsicht, wie herausfordernd es ist, plötzlich nicht mehr diejenige zu sein, die alles im Griff hat, sondern diejenige, die andere um Hilfe bitten muss, sogar für die allerkleinsten Kleinigkeiten.