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Kein Werkzeug – keine Methode

In diesen Tagen begegnet mir einmal wieder die Frage, welche Aufgaben im Leben wir eigentlich lösen können, wenn wir die „richtige Methode“ kennen und an welchen Stellen die „richtige Methode“ einer guten Lösung komplett im Wege steht. Je älter ich werde, desto mehr Bereiche entdecke ich nämlich, in denen „richtige Methoden“ eigentlich völlig unbrauchbar sind – und in denen die Suche nach dem richtigen „Werkzeug“ hilfreiche Antworten komplett verhindert. Es beginnt bei dem Thema Achtsamkeit. Wie kann man über die guten und hilfreichen Aspekte von Achtsamkeit sprechen, ohne den Eindruck zu erwecken, dass es um eine Methode geht, die man nur anwenden muss, um sich oder das Leben zu „verbessern“ – was Achtsamkeit gleichwohl bei vielen Menschen bewirkt? Wie können wir Achtsamkeit üben oder meditieren und zugleich erkennen, dass Meditation kein Schraubschlüssel ist, der Stress reduziert – was Meditation andererseits bei vielen Menschen erwiesenermaßen tut? Diese grundlegende Frage hat mich im Zusammenhang mit verschiedenen Themen immer wieder bewegt: als ich mich mit der Gewaltfreien Kommunikation befasst habe und bemerken musste, welche Widerstände Menschen – vor …

Joseph Beuys: Lass dich fallen

Achtsamkeit bedeutet nicht, nur noch still auf dem Kissen zu sitzen und zu meditieren. Vielmehr hilft uns Achtsamkeit, innerlich frei und so stabil zu sein, dass wir uns wirklich auf das Leben einlassen können. Dieser Text von Joseph Beuys ist euch vermutlich bekannt. Ihn zu lesen kann eine tägliche Übung sein, täglich etwas davon zu tun ist eine Notwendigkeit! „Lass dich fallen lerne Schlangen beobachten, pflanze unmögliche Gärten. Lade jemanden Gefährlichen zum Tee ein, mache kleine Zeichen, die „Ja“ sagen und verteile sie überall in deinem Haus. Werde ein Freund von Freiheit und Unsicherheit. Freue dich auf Träume. Weine bei Kinofilmen, schaukle so hoch du kannst mit deiner Schaukel bei Mondlicht. Pflege verschiedene Stimmungen, verweigere „verantwortlich zu sein“, tue es aus Liebe. Glaube an Zauberei, lache eine Menge, bade im Mondlicht. Träume wilde phantasievolle Träume, zeichne auf die Wände. Lies jeden Tag. Stell dir vor, du wärst verzaubert, kichere mit Kindern, höre alten Leuten zu. Spiele mit allem, unterhalte das Kind in dir, du bist unschuldig, baue eine Burg aus Decken, werde nass, umarme Bäume, …

Ganz bei sich sein

Im Kontakt mit kleinen Kindern wird uns manchmal bewusst, wie die Kinder noch in Verbindung mit sich selbst sind, wie sie sich aus einem inneren Impuls heraus bewegen, spielen und forschen und welche ursprüngliche Freude sie am Tun haben. Kinder berechnen nicht, was sie tun – und denken nicht über die Folgen nach. Viele Missverständnisse und Konflikte entstehen zwischen Kindern und Erwachsenen, weil die Kinder vehement an dieser Verbindung zu sich selbst festhalten und sich nicht an äußere Maßstäbe und Erwartungen anpassen wollen oder einfach noch gar nicht reif dafür sind.