Alle Artikel mit dem Schlagwort: Verbundenheit

Licht und Frieden

Es gibt Zeiten, in denen scheint alles still zu stehen. Und es gibt Zeiten in denen scheint es, als würden sich Dinge zurück entwickeln. In denen Dinge von denen wir glaubten, sie wären erreicht, wir würden sie besitzen, wir könnten sie schon sicher haben, plötzlich wieder wie verschwunden sind. Dieses Stagnieren oder sogar Zurückfallen in Zustände von denen wir glaubten, sie bereits überwunden zu haben, habe ich im Zusammensein mit kleinen Kindern oft beobachtet. Es gibt einen Fortschritt, ein paar erste Schritte zum Beispiel, und von einem zum nächsten Tag scheint plötzlich jedes Gehen in Vergessenheit geraten zu sein und es ist als hätte es „erste Schritte“ überhaupt nicht gegeben. Für Eltern, die Fortschritte erhoffen, die sich schon gefreut haben, die schon geglaubt haben „jetzt ist es geschafft“, ist das oft eine Zeit von Sorgen und Verunsicherung. Wir sind so gewöhnt an die Vorstellung, dass es voran geht, dass Wachstum stetig und gerade nach oben geht, und wir sind so zutiefst verunsichert und beängstigt wenn wir bemerken, dass das, was wir als sicher angenommen haben, …

Von einer Wiese aus

Hinter dem Haus liegt, zwischen Bahnlinie und Autobahn, eine Wiese. Jahr für Jahr ist sie mir vertrauter geworden, aber erst vor einigen Tagen konnte ich wahrnehmen, dass diese Wiese unbeeindruckt vom Lärm um sie herum, eine vollkommene Stille bewahrt. Inmitten aller Geräusche von Güterzügen, Flugzeugen und LKWs, bewachsen von einer für mich unüberschaubaren Vielfalt von Gräsern, Kräutchen und Blumen, bewohnt von unzähligen Kaninchen- und Krähenstämmen, ist diese Wiese zu jeder Jahreszeit, bei Regen, Schnee und Sonnenschein, einfach da. Was wäre, das frage ich mich, wenn ich mein Leben von einem solchen Ort der ruhenden Vollkommenheit aus leben könnte? Was, wenn ich von einem solchen Ort ausgehen würde? Was, wenn ich von dort aus alles um mich tastend, lauschend und schauend erforschen könnte, ohne gedrängt oder gehetzt zu sein? Was, wenn die Angst, die Angst, diese Angst also, wenn die Angst so wie ein welkes Blatt oder so wie Krähenfedern auf den Boden und zu Staub zerfiele, wenn sie wie alles Fallende so bereitwillig angenommen und klaglos freundlich zu neuem Gras und neuen Kräutchen verwandelt werden …

Ganz bei sich sein

Im Kontakt mit kleinen Kindern wird uns manchmal bewusst, wie die Kinder noch in Verbindung mit sich selbst sind, wie sie sich aus einem inneren Impuls heraus bewegen, spielen und forschen und welche ursprüngliche Freude sie am Tun haben. Kinder berechnen nicht, was sie tun – und denken nicht über die Folgen nach. Viele Missverständnisse und Konflikte entstehen zwischen Kindern und Erwachsenen, weil die Kinder vehement an dieser Verbindung zu sich selbst festhalten und sich nicht an äußere Maßstäbe und Erwartungen anpassen wollen oder einfach noch gar nicht reif dafür sind.