Achtsamkeit im Alltag, Kinder, Kinder....
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Vom Sachen finden

Letze Woche hatte ich das Glück, mit einer Sachenfinderin im Park unterwegs zu sein. Meine Lehrerin im „Sachen finden“ war vier Jahre alt. Aber das Alter tut eigentlich nichts zur Sache. Entscheidend ist, dass ich an diesem Tag eine kleine Lehrstunde im Nicht-Suchen und Doch-Finden bekommen habe.

Innerhalb kürzester Zeit haben wir gefunden: eine winzige hellblaue Perle, eine Zigarettenschachtel mit dem Foto eines Menschen im Krankenbett (!), Haselnüsse mit und ohne Puschel, eine weiße Feder, Steine mit Gesichtern, die erste Kastanie, winzige Tannenzapfen, Holzstückchen mit Löchern und Holzstücken mit feinen blauen Farbresten.

Alle diese wunderbaren Schätze haben wir nicht gesucht, sie sind uns begegnet. Für eine kurze Zeit waren wir Sachenfinder. Das Erstaunliche ist: in einem Modus von ziellosem herumstreunen, von hierhin und dorthin gehen, haben wir gefunden, ohne zu suchen. Wir waren einfach offen für das, was uns begegnet. Eigentlich haben wir gar nicht nach Sachen gesucht, vielmehr wurden wir von den Sachen gefunden.

In einem solchen Zusammenspiel aus Präsenz, offener Wahrnehmung, Neugier, Ziellosigkeit und „einfach da sein und schauen“ kommen wir in Kontakt mit Achtsamkeit.

Genau diese Qualität geht verloren, wenn wir hetzen und rennen, nach Dingen greifen, festhalten und uns in Gedanken und Vorstellungen verlieren. Ohne den Kontakt zu einer vierjährigen Sachenfinderin wäre ich an diesem Vormittag sicher auch nicht in den Besitz eines Schatzes gekommen, und da wäre auch nichts besonderes gewesen, woran ich mich jetzt hätte erinnern könnte. Ich wäre halt durch einen Park gelaufen, vermutlich in Gedanken an irgendwas, und hätte nichts von dem gesehen, was da war. Der übliche Alltags-Modus halt, in dem man wie automatisch gesteuert durch die Welt latscht.

Jetzt weiß ich wieder, da war noch was…

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