Kinder, Kinder....
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Warum Achtsamkeit?

Alle Eltern wollen glücklich sein. Und …. alle Eltern wollen gute Eltern sein, ihre Kinder lieben und auf gute Weise ins Leben begleiten. Als  Eltern aber leiden wir in der heutigen Zeit oft unter großem Druck und mangelnder Unterstützung und oft wissen wir nicht, was uns hilft uns was wir tun können. Vor allem wenn die Kinder noch klein sind brauchen Eltern eigentlich alles – nur keine weiteren Belastungen, Termine oder Anforderungen. Um Achtsamkeit in unser Leben zu bringen müssen wir glücklicherweise nichts leisten, wir müssen nicht gut darin werden, uns nicht messen lassen und auch nichts vorweisen. Wir müssen nicht einmal besonders gute Eltern sein…

Achtsamkeit können wir nicht „machen“. Es gibt auch keine Tricks um Achtsamkeit zu beschleunigen. Sie wirkt in ihrem eigenen Tempo, sie ist in jedem Augenblick anders und immer wieder neu, sie wandelt sich stetig und wirkt durch ihr Dasein. Der buddhistische Lehrer Thich Nhat Hanh schreibt: „Wenn Achtsamkeit etwas Schönes berührt, offenbart sie dessen Schönheit. Wenn sie etwas Schmerzvolles berührt, wandelt sie es und heilt.“ Achtsamkeit findet diese Berührungspunkte indem wir uns für den Augenblick öffnen und wahrnehmen, was da ist: unsere Gedanken und Gefühle, unsere Körperempfindungen und unsere Sinneseindrücke. Und so wie der Anblick einer Blume etwas in uns berührt, so wie das Zusammensein mit Kindern etwas in uns bewegt, so wirkt Achtsamkeit stärkend, heilend und verfeinernd in uns.

Der amerikanische Achtsamkeitslehrer Jon Kabat-Zinn sagt: „Achtsamkeit entspringt dem Leben ganz natürlich.“ So wie wir uns einem kleinen Kind zuwenden das uns am Strand eine Muschel reicht die es gefunden hat, also mit freundlicher, wohlwollender und offener Aufmerksamkeit, so kommt Achtsamkeit in unser Leben wenn wir uns der Erfahrung im gegenwärtigen Augenblick zuwenden. Das ist sehr leicht, kinderleicht.

Und doch ist es nicht einfach, weil wir oft erst lernen müssen uns bewusst an Achtsamkeit zu erinnern. Meist nehmen wir unsere Nicht-Achtsamkeit nämlich gar nicht wahr und merken auch nicht, wie sehr wir von unbewussten Vorgängen gesteuert werden. Auch haben wir wenig Erfahrung damit, unsere Gedanken zu beobachten oder überhaupt anzuerkennen, dass wir von unseren Gedanken und Gefühle unbewusst gesteuert werden und dass wir sehr häufig automatisch reagieren. Gerade wenn wir in Stress geraten, wenn Angst und Ärger in uns hochkochen, wenn wir uns einsam und unverstanden fühlen oder einfach ratlos sind, ist es nicht einfach zu bemerken, dass uns Gedanken und Gefühle unbewusst steuern.

Viele Wege führen zur Achtsamkeit und es gibt keinen Ort und keinen Augenblick, in dem wir uns ihr nicht dem Hier und Jetzt zuwenden könnten. Im Zusammensein mit Kindern aber ist Achtsamkeit naheliegend und wirkt nicht nur auf uns selbst, sondern auch auf die nachfolgende Generation. Als Eltern stehen wir daher vor einer großen Reise und der riesigen Chance, einen grundlegenden Wandel einzuleiten…

4 Kommentare

  1. Das ist wirklich schön geschrieben und berührend, da ich selbst Mama bin! Ich beschäftige mich gerade mit diesem Thema sehr, da die Gesellschaft schnelllebiger und oberflächlich geworden ist zumindest tlw! Damit komme ich irgendwie nur schlecht klar! Lg babsi

  2. Ein wirklich gelungener Beitrag. Ich finde es wirklich spitze und sehr wichtig, dass besonders das Thema Achtsamkeit im Umgang mit unseren Kind, thematisiert wird und so gut umschrieben wird. Es hat eine enorme Relevanz, auch die nächsten Generationen zu „schulen“ und ihnen solche Werte mitzugeben. Es zeigt sehr schön wie Achtsamkeit uns nicht nur selbst betrifft und zugute kommt, sondern wie die Umwelt auch mit einher geht. Weiter so!
    Ich habe auch einen Beitrag zu diesem Thema gemacht, da ich es wirklich wichtig finde Menschen damit zu inspirieren. Vielleicht magst du, Julia, mal in meinen Blog schauen: https://www.bach-blueten-portal.de/bachblueten-blog/mbsr-stressbewaeltigung-durch-achtsamkeit/. Ich würde mich zumindest darüber freuen :)

    Viele Grüße
    Henriette

    • Julia Grösch sagt

      Hallo Henriette, danke für deine Zeilen. Ihr habt da ja eine umfangreiche Seite zu Bachblüten zusammengestellt und auch dein Artikel zu Achtsamkeit und MBSR ist toll. Vor allem „Schoki und Staubsauger“ gefällt mir sehr. Ich teile den Artikel gerne auch auf meine facebook Seite. Herzliche Grüße Julia

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