Achtsamkeit im Alltag, Texte und Inspirationen
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Wellen

Schmerzliche Situationen, Stress und Krankheit sind Teil des Lebens.

Wie leicht sagt sich das, wenn der Himmel frühlingsblau ist, wenn wir keine Schmerzen haben, uns nicht bedroht fühlen und auch sonst alles ganz gut im Gleichgewicht ist.

Wenn wir dagegen krank sind, Schmerzen haben oder unser Leben gerade aus den Fugen gerät, kann es schwer sein, diesen Satz zu lesen oder ihn von einem anderen Menschen zu hören. Schnell schwingt da etwas mit von „mach kein Theater, reiß dich halt mal zusammen, so schlimm ist es doch nicht“.

Zugleich aber liegt in diesem Satz so viel Entlastung und Erleichterung in einer Zeit und einer Kultur in der viele glauben, wir müssten doch nur noch perfekter sein, noch mehr arbeiten, noch bessere Eltern sein und vor allem noch mehr und noch mehr und noch mehr machen, um glücklich zu sein.

Achtsamkeit geht einen anderen Weg. Sie erzählt uns von Wellen, denen wir im Leben unterbrochen ausgesetzt sind – und von einem Übungsweg auf dem wir lernen können, geschickter und besser mit diesen Wellen umzugehen. Wir müssen gar nicht gegen sie kämpfen. Wir müssen uns nicht verstecken, nicht davon laufen und nicht resignieren. Wir lernen auf diesem Weg da zu sein und das Kommen und Gehen der Wellen in unser Gewahrsein einzuschließen.

Unabhängig davon, ob wir gerade traurig sind, unser Kind einen Wutanfall hat oder wir uns in einer schwierigen Lebnssituation befinden – alles was kommt, geht wieder, alles was entsteht, kehrt auch wieder zurück. Was auch immer gerade innen oder außen geschieht, wir können lernen, bewusster mit diesen Wellen umzugehen und nicht gegen sondern mit ihnen zu sein. Anstatt zu kämpfen, zu grübeln, uns in Urteile oder Konflikte zu verstricken oder zu erstarren können wir da sein, atmen und sanft aber stetig das tun, was getan werden muss.

Foto:pixabay/taniadimas

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