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Welt der Wunder

Das Zusammensein mit Kindern führt uns immer wieder vor Augen, wie viel wir erfahren könnten und wie überraschend und neu manches sein könnte, wenn wir uns Menschen, Situationen und Dingen in einer Haltung der Neugier und der Offenheit nähern. Kinder stehen am Anfang: sie forschen, sie stellen Fragen, sie sind neugierig und lange Zeit davon überzeugt, dass ihnen nur das Allerbeste begegnet. Wir Erwachsenen haben dagegen bereits viele Erfahrungen gemacht und leben eher auf eingefahrenen Gleisen, lassen uns davon abhalten, neue Erfahrungen zu machen oder „wissen sowieso schon, was dabei rauskommt“ – und zwar mit ziemlicher Sicherheit! Erfahrungen aus der Vergangenheit bestimmen unsere Erwartungen an die Zukunft – das Erleben im unmittelbaren Augenblick, das Dasein im Hier und Jetzt geht dabei oft verloren. Für unser Alltagsleben ist es natürlich wichtig, dass wir gewisse Erfahrungen gemacht haben und uns auch auf unser Wissen verlassen können. Wir müssen nicht immer wieder die Hand auf die heiße Herdplatte legen um zu wissen, dass man sich daran verbrennt. Es erspart uns auch Zeit und Mühe, dass wir den Weg zum Lebensmittelmarkt nicht jeden Tag neu suchen müssen.

Für kleine Kinder aber ist die Welt noch voller Wunder in der es  jeden Moment etwas Neues zu entdecken gibt. Die eigenen Hände, die vor dem Gesicht auftauchen und verschwinden, Blätter, die sich im Wind bewegen, ein Käfer im Laub oder ein kleiner Riss in der Tapete, alles wird registriert, beobachtet und erforscht. Auf diese Weise machen sich unsere Kinder vertraut mit sich selbst, sie lernen die Reaktionen ihrer Eltern kennen und erfahren die Welt, die sie umgibt. Was passiert wenn…? Was geht, was geht nicht….? Wer bin ich in der Welt der Wunder?

Vermeintlich Bekanntes neu zu entdecken und sich immer wieder neu zu öffnen ist eine Lebenskunst, die wir mit und durch unsere Kinder wieder erlernen können. Dies bedeutet, sich Menschen und Dingen weniger wissend als fragend zu nähern und uns für die Möglichkeit zu öffnen, dass Wissen zu sammeln und anzuwenden ein sehr beschränkter Weg ist, um mit der Welt in Kontakt zu kommen.

Wir können einmal eine Übung daraus machen, uns bewusst für etwas zu öffnen, das wir zu kennen glauben und wahrzunehmen, was uns neues begegnet. Was auf unseren täglichen Wegen ist heute anders als gestern? Schmeckt der Apfel anders, wenn wir ihn langsamer essen? Und fühlt sich das Gras unter unseren Füßen im Frühling anders an als im Sommer? Wenn wir mit Kindern leben und wachsen liegt es nah, dass sich unsere Wahrnehmung für kleine Dinge verfeinert. Für Kinder steckt die Welt noch voller Wunder. Sie gemeinsam wahrzunehmen wirkt Wunder in uns selbst und bringt Freude, Schönheit und Leichtigkeit in unser Leben. (j.g.)

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