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wilkommen

Es ist ja immer mal wieder gut, dass einem die liebe Familie zurückbringt auf den Boden der Tatsachen und dass wir durch unsere Kinder, Partner, Eltern oder Schwiegereltern immer und immer wieder die Punkte in uns aufgezeigt bekommen, an denen wir uns noch ein klein wenig weiter entwickeln dürfen. Wie sagte der spirituelle Lehrer Ram Dass einmal? „When you think you are enlightend, go spend a week with your family“, was so viel heißt wie „Immer wenn du glaubst, dass du kurz vor der Erleuchtung stehst, verbringe eine Woche mit der Familie!“.  Auch der Achtsamkeitslehrer Jon Kabat Zinn berichtet, dass er nach langer Yoga- und Meditationspraxis das Gefühl hatte, kurz vor der Erleuchtung zu stehen. Dann kam sein erstes Kind zur Welt – und er stand mit allen seinen Erfahrungen wieder ganz am Anfang.

In den vergangenen Tagen ist mir auf diesem Weg mal wieder bewußt geworden, dass die Frage, wer in der Familie, wann, für was, wie viel Geld ausgeben darf, ordentlich Bewegung ins Familiengefüge bringen kann. Geld haben oder nicht haben und Geld auszugeben, das hat mit Werten in der Familie zu tun, mit Absprachen, mit Gerechtigkeit, mit Macht und mit Selbstwertgefühl, mit Zuwendung und Trost, mit Anerkennung und der Abwesenheit von Anerkennung. In diesem ganzen Schlamassel von Gefühlen, Bedürfnissen und Vorstellungen ist eigentlich nur eines klar: kein Geld ist auch keine Lösung!

Schon auf die Frage, wie Eltern unter Geschwistern irgendwie „Gerechtigkeit“ herstellen können, kann einem ja die Haare zu Berge stehen lassen. Letztlich ist es wohl eine Illusion, das zu versuchen, weil wir mit allem Geld der Welt keine Gerechtigkeit erlangen können, solange es auf einer Seite ein grundlegendes Gefühl von Mangel gibt. Zwischen Erwachsenen ist das nicht anders…

Vermutlich ist es aber auch eine Illusion zu glauben, dass man dieses Thema ein für allemal in Regeln zurren kann und dann endgültig Ruhe herrscht. Anders gesagt: im Sinne der Achtsamkeit ist „Geld ausgeben“ natürlich ein wundervolles Übungsfeld, auf dem wir unsere Gedanken und Überzeugungen kennenlernen und uns unserer Gefühle und unserer Tendenz, andere oder uns selbst wegen „Geld“ zu bewerten oder zu beschuldigen, kennenlernen können. Letztlich berührt das Thema „Geld“ sehr, sehr oft die tiefe Angst, nicht genug zu haben, nicht genug wertgeschätzt zu sein oder nicht gut genug zu sein. Diese wunden Stellen in uns können wir auf achtsame Weise erforschen und mehr Bewusstheit über diese Zusammenhänge erlangen.

Immer wieder ist Familie aber auch ein Ort an dem wir uns darüber klar werden können, welche Bedürfnisse wir uns durch „Geld ausgeben“ erfüllen (zunächst einmal ganz ohne ein Urteil zu fällen) um in einem zweiten Schritt zu schauen auf welche Weise wir Geld verwenden können, um unseren Werten Ausdruck zu verleihen. Hier öffnet sich für Kinder und Erwachsene ein großes Lernfeld. Familie ist dann auch ein Ort an dem der Einzelne im Kontakt und auch durch die Reibung mit den anderen die Möglichkeit hat, sich seiner Bedürfnisse und Werte bewusster zu werden und klarer darüber zu sein, in welche Richtung er das Geld lenkt, das er ausgeben will. Und es ist wahrscheinlich, dass es in dieser Sache bei vier Familienmitgliedern vier unterschiedliche Ansichten geben wird…

Bewusst sollte uns nur sein, dass wir bei allen Entscheidungen die wir treffen, etwas von uns selbst ausdrücken und mit unserem Geld auch eine bestimmte Energie in die Welt bringen. So zu kaufen, dass wir durch unseren Konsum Menschen, Tieren und der Natur nicht schaden, jedenfalls nicht wissentlich, ist schon ein hohes Ziel, zu dem wir uns innerlich hin ausrichten können. Diese innere Ausrichtung kann nicht von außen vorgenommen werden, sie kann nur im Inneren jedes Einzelnen entstehen.  Hier mit Freundlichkeit für uns selbst aber auch Klarheit immer wieder eigene Entscheidungen zu treffen, ohne andere zu verurteilen oder zu belehren, ist dann ein großer Schritt in Richtung „Achtsamkeit in der Familie“.

 

 

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