Achtsamkeit im Alltag, Texte und Inspirationen
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Zurückkehren

Mit meinem Blog ergeht es mir immer mal so wie mit der Meditation. Es gibt Zeiten, da finde ich die Zeit und die Möglichkeit, Artikel zu schreiben – dann wieder geht mir das Schreiben ganz verloren. Wochenlang gab es hier jetzt nichts Neues zu lesen und vielleicht denkt ihr ja schon, ich hätte aufgegeben…

Manchmal ist es aber so, dass sich Dinge auch unsichtbar oder im Verborgenen bewegen und entwickeln. In den letzten Wochen war ich viel damit befasst zu beobachten, was sich um mich herum in Sachen Achtsamkeit tut. Manches freut mich, manches gibt mir zu denken und dann wieder hilft mir dieses „in die Weite schauen“, um zu meinem eigenen inneren Weg zurückzukehren, zu dem was für mich jetzt stimmig und lebbar ist.

Die große Achtsamkeitswelle bringt vieles in Bewegung. Studien entstehen die zeigen, das Achtsamkeit wirkt und Studien, die das Gegenteil behaupten. Es geht um Geld und um Pfründe, um Konkurrenz, um Sein und Schein und ums Haben wollen. Und manche hoffen eine Methode gefunden zu haben, um noch effizienter, noch belastbarer und noch leistungsfähiger zu sein.
Ja, die Achtsamkeitswelle wirbelt vieles auf und bringt nicht nur Feines, Schönes und Gutes an die Oberfläche.

Zugleich aber sehe ich, wie viele Menschen sich im Rahmen ihrer Möglichkeit und oft ganz im Stillen darum bemühen, mehr Achtsamkeit in ihren Alltag zu bringen. Es geht ja in Wahrheit nicht um diesen ganzen glitzernden Tand und all die schillernden Blasen die aufsteigen und unsere Aufmerksamkeit fesseln. Es geht doch um diesen Augenblick, in dem wir uns immer und immer wieder daran erinnert, zurückzukehren zu einer präsenten und freundlichen inneren Haltung, zur offenen Wahrnehmung und zum interessierten Schauen – ohne ein Urteil zu fällen.

Unter der großen Achtsamkeitswelle gibt es eine Strömung, die uns verändert – auch wenn das noch nicht gesehen, benannt oder durch Studien erfasst werden kann. Es geht um das schlichte Bemühen vieler, vieler Menschen, bewusster, mitfühlender und „achtsamer“ mit sich, anderen Menschen, Tieren, Pflanzen und der Erde umzugehen. Es geht um das Vertrauen und das innere Wissen, dass sich jeder kleine Moment der Achtsamkeit und des Mitgefühls auswirkt auf uns selbst und auf alles, was uns umgibt – auch wenn wir die Veränderung nicht messen oder wiegen können. Und es geht darum zu erfahren, dass Achtsamkeit unsere Lebendigkeit, unsere Fähigkeit fürsorglich und mitfühlend zu sein und unsere Friedfertigkeit weckt und erblühen lässt.

In diesem Sinn kehre ich zurück zu meinem Blog und danke euch, dass ihr noch da seid!
Von Herzen
Julia

Foto: pixabay/Pezibear

6 Kommentare

  1. wortsonate sagt

    Das macht mir wieder bewusst, wie viel Achtsamkeit durch die Pflege verlorengeht.

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